Das E-Rezept ist in Deutschland seit dem 1. Januar 2024 Standard für verschreibungspflichtige Medikamente in der gesetzlichen Krankenversicherung. Foto: IMAGO/Rolf Poss

Eine technische Störung sorgt am Dienstagvormittag für lange Gesichter in Apotheken und Arztpraxen – auch in der Region Stuttgart. Deutschlandweit sind Millionen Versicherte betroffen.

Eine technische Störung hat am Dienstagvormittag auch in der Region Stuttgart kurzzeitig für lange Gesichter in Arztpraxen und Apotheken gesorgt. Wie die Nationale Agentur für Digitale Medizin „gematik“ – die Teil des Bundesministeriums für Gesundheit ist – mitteilte, kam es gegen 10 Uhr zu einer Störung beim Dienstleister T-Systems. Diese hatte zur Folge, dass es zu „Einschränkungen bei der Verbindung zur Telematikinfrastruktur“ kam.

Davon betroffen waren demnach die Nutzung einzelner Anwendungen wie etwa der Zugriff auf die elektronische Patientenakte oder das Erstellen einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Für Versicherte der AOK und Barmer, die deutschlandweit zusammen rund 35 Millionen Mitglieder haben, kam es laut Mitteilung zudem zu Beeinträchtigungen beim Einlösen von E-Rezepten mittels der elektronischen Gesundheitskarte.

Einlösen von E-Rezepten inzwischen wieder möglich

Eine Sprecherin der AOK bestätigte auf Nachfrage die Probleme: „Bei dem zentralen IT-Dienstleister der AOK Baden-Württemberg kam es heute Vormittag zu einer Störung, die auch Auswirkungen auf IT-Systeme der Südwestkasse hat.“ Am Nachmittag bestätigte dann auch eine Sprecherin der Barmer Baden-Württemberg, dass es am Vormittag Probleme beim IT-Dienstleister gab.

Um kurz vor 11 Uhr gab die „gematik“ dann Entwarnung. „Die Störung ist größtenteils behoben“, teilte die Nationale Agentur für Digitale Medizin mit. Es könne jedoch noch zu Beeinträchtigungen beim Einlesen der elektronischen Gesundheitskarte kommen. Um 12 Uhr wurde dann bekanntgegeben, dass ein Workaround gefunden wurde, um das Einlösen von E-Rezepten wieder zu ermöglichen. Inzwischen (Stand 15 Uhr) ist die Störung nach Angaben des IT-Dienstleisters behoben.

Bei E-Rezept droht „ernstes Problem in der Versorgung“

Frank Eickmann, Pressesprecher des Landesapothekerverbands Baden-Württemberg, erklärt, dass der Arzt im Notfall – das heißt, wenn ein E-Rezept nicht ausgestellt oder eingelöst werden kann – wie früher ein Papierrezept ausstellen kann – und das häufig auch muss.

Denn laut Eickmann kommt es immer wieder zu Störungen beim E-Rezept: „Wir erleben das häufig, es läuft nicht rund“, sagt der Pressesprecher und schiebt hinterher: „Wenn es läuft, ist das E-Rezept ein gutes System, wenn es aber nicht läuft, haben wir ein ernstes Problem in der Versorgung.“ Der Verband fordere daher: „Das E-Rezept muss stabil und störungsfrei sein.“