Das Landgericht Stuttgart verurteilt einen 34-Jährigen unter anderem für Taten in Ludwigsburg und Kornwestheim.
Schneller als erwartet ist der Prozess gegen einen 34-jährigen Angeklagten wegen Drogenhandels und Einbruchs zu Ende gegangen. Der Mann, dessen Taten sich auch in Ludwigsburg und Kornwestheim abgespielt hatten, wurde wegen schweren Wohnungseinbruchsdiebstahls und versuchter Anstiftung zur Brandstiftung zu fünf Jahren Haft verurteilt.
Mit dem Urteil entsprach das Gericht den Schlussanträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung. Der Prozess konnte so früh abgeschlossen werden, da sich Richter, Staatsanwaltschaft und Verteidigung schon am zweiten Prozesstag auf eine Prozessverständigung geeinigt hatten. Danach war dem 34-Jährigen aus Leonberg im Gegenzug für ein Geständnis eine Haftstrafe zwischen fünf und fünfeinhalb Jahren in Aussicht gestellt worden. Zudem wurden zwei Anklagevorwürfe wegen versuchten Einbruchsdiebstahls und Verabredung zu einem Raub eingestellt.
In Ludwigsburg und Umgebung Kokain verkauft
Nicht zuletzt aufgrund des Geständnisses sah es das Gericht als erwiesen an, dass der 34-Jährige einen umfangreichen Handel mit Kokain von sehr guter Qualität im Raum Ludwigsburg betrieben hatte. Seinem Komplizen, der über einen Rechtsanwalt in Köln und einen Bekannten von Ermittlungen gegen sich erfahren hatte, hatte er im Januar vergangenen Jahres zur Flucht in die Türkei verholfen, indem er ihn zum Flughafen Basel chauffierte. Er hielt jedoch weiterhin Kontakt und transferierte an ihn insgesamt 13.000 Euro aus den Drogengeschäften via Western Union in die Türkei.
Zwischen Mai und August vergangenen Jahres verkaufte er aus einem Vorrat von einem Kilogramm Kokain mindestens siebenmal Portionen an unterschiedliche Abnehmer. Tatorte waren Ludwigsburg sowie Eglosheim, Pleidelsheim, Sulzbach/Murr, Stuttgart und Bernhausen. Pro Gramm verlangte der Angeklagte im Schnitt 40 Euro, für 20 Gramm auch einmal 1150 Euro.
Drogen in einer Tiefgarage in Kornwestheim gebunkert
Als erwiesen sahen die Richter auch die versuchte Anstiftung zu einer Brandstiftung bei einem Treffen mit einem Bekannten am Friedhof in Ludwigsburg an. Der Bekannte hatte Angst gehabt, dass seine Freundin seinen Namen bei der Polizei fallen lassen könnte und wollte dieser eine Warnung zukommen lassen, indem er an ihrem Auto die Seitenspiegel und die Scheibenwischer verbog und die Reifen zerstach. Der Angeklagte schlug stattdessen vor, das ganze Auto gleich anzuzünden. Darauf wollte der Bekannte aber nicht eingehen.
Dank seines Geständnisses erwiesen war auch, dass der 34-Jährige im September vergangenen Jahres ein weiteres Kilogramm Kokain erworben und in einem Auto in einer Tiefgarage in Kornwestheim gebunkert hatte. Knapp 600 Gramm verkaufte er bis zum 18. Oktober für rund 4000 Euro. Danach stellte er seine Geschäfte ein, weil er über mehrere Ecken von einer Polizistin erfahren hatte, dass gegen ihn ermittelt wird. Tatsächlich wurde seit geraumer Zeit der Innenraum seines Autos überwacht. Die restlichen knapp 400 Gramm Kokain fanden Polizeibeamte im Auto in der Tiefgarage in Kornwestheim.
Im Mai hatte er mit einem anderen Komplizen in eine Wohnung in Leonberg eingebrochen, deren Bewohner im Urlaub waren. Das Duo drang über eine aufgehebelte Kellertür in die Wohnung ein und ließ zwei Tresore mitgehen. Dabei erbeuteten sie Geld und Schmuck im Wert von mehr als 4000 Euro.
Eingestellt wurde der Vorwurf eines weiteren Einbruchs in Stuttgart-Ost, der fehlschlug, weil beim Auskundschaften der Örtlichkeit ein Bewegungsmelder ansprang. Ein Zeuge entdeckte die beiden Männer und verständigte die Polizei, die zwei Minuten später vor Ort war und das Einbrecher-Duo festnahm. Eingestellt wurde auch der Vorwurf der Verabredung zu einem Raub. Laut Anklage war der 34-Jährige im September vergangenen Jahres mit zwei Komplizen nach Bad Friedrichshall gefahren, um den Inhaber eines Autohauses zusammenzuschlagen und auszurauben, da dieser vor Gericht gegen den Komplizen in der Türkei als Kronzeuge ausgesagt hatte. Der Plan war jedoch gescheitert, da rund ums Autohaus Überwachungskameras montiert waren.