Ein heute 28-Jähriger überfällt eine Tankstelle in Stuttgart-Ost. Vor Gericht macht er einen wirren Eindruck, provoziert und sagt , seine Eltern seien nicht seine Eltern.
Bereits der erste Satz des Angeklagten gibt die Richtung dieser Verhandlung am Stuttgarter Landgericht vor. Als die Vorsitzende Richterin der 18. Strafkammer seinen Namen sagt und ihn fragt, ob er das sei, kommt das „Nein“ prompt. „Das bin ich nicht.“ Dann war aber auch schon Schluss. Vielleicht werde er beim nächsten Verhandlungstag etwas sagen, gibt der 28-jährige noch kund. Seine Augen sehen müde aus, sind gerötet. Die meiste Zeit starrt er vor sich hin. Auf einem Punkt, den nur er zu kennen scheint. Oder schaut sich neugierig im Raum um. Wie ein Kind, das staunend eine ihm unbekannte Umgebung erfassen will. So schafft man Distanz. Die Fußfesseln wird er den ganzen Verhandlungstag über tragen. Zwei Justizvollzugsbeamten sitzen recht und links von ihm. Seine Eltern sitzen im Zuschauerraum und beobachten das Schauspiel. Es muss schwer erträglich für sie sein.
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