Der Schaubauernhof ist geschlossen. Foto: Iris Frey

Kaum hat Zoodirektor Thomas Kölpin es angekündigt, schon ist es geschehen: Der bisherige Bauernhof mit Kühen und Ziegen in der Wilhelma ist seit dem 6. November geschlossen.

Ein konkretes Datum hatte der Zoodirektor Thomas Kölpin zwar nicht genannt, doch am Montag sagte Wilhelma-Sprecher Florian Pointke auf Nachfrage unserer Zeitung: „Der alte Schaubauernhof ist seit heute nicht mehr zugänglich.“ Grund für die Schließung ist, dass auf dem Areal die neue Anlage für die Elefanten entstehen soll. Diese soll, geht es nach dem Wunsch des Zoos, ab 2025 gebaut werden. Aber noch ist nichts entschieden, der Landtag muss noch über die Finanzierung entscheiden.

Ab sofort ist der Schaubauernhof nur noch bis zum Ausgang Rosensteinpark für Besucher begehbar. Das Restaurant ist auch weiterhin geöffnet. Das restliche Gelände und das Naturinfocenter sind ab sofort abgesperrt. Als Ersatz für den Schaubauernhof soll der asiatische Bauernhof dienen, der im Sommer eröffnet worden war.

Der asiatische Schaubauernhof bietet Ersatz für den alten. Foto: Zophia Ewska

Alte Anlage schließt nach 30 Jahren

Nun ist genau 30 Jahre nach seiner Eröffnung Schluss mit dem alten Schaubauernhof. Er war im April 1993 noch unter Zoo-Direktor Dieter Jauch eingeweiht worden. Damals galt er als besondere Attraktion, auch mit Blick auf die damalige Internationale Gartenbau-Ausstellung IGA. Zuvor hatte es Diskussionen darüber gegeben, weil dem damals 30 Millionen Mark teuren Vorhaben des Landes weitere 3,5 Hektar Fläche des unter Denkmalschutz stehenden Rosensteinparks zum Opfer fielen. Über die Erweiterung des zoologisch-botanischen Gartens in diesem Bereich war lange diskutiert worden. Am Ende gab es ein Ja im Ausschuss für Umwelt und Technik für die Wilhelma-Erweiterung, die mit einem Kompromiss und abgespeckten Plänen endete.

Im Juli 1992 konnte Richtfest auf dem Schaubauernhof gefeiert werden. Dort sollte die Entwicklung vom Wild- zum Haustier gezeigt werden. Ziel war von Beginn an, wilde Stammformen der Haustiere zu zeigen und die alten, bedrohten Landrassen dieser Region. Auf der Liste der Tierarten standen Ponys, Wildschweine, schwäbisch-hällische Schweine, Mufflons und Skudde.

Die Schweine auf dem Schaubauernhof brauchen nun einen neuen Halter. Foto: Lichtgut/Verena Ecker

23 verschiedene Rassen kamen damals aus der Wilhelma, aber auch aus befreundeten Zoos wie beispielsweise aus Bern und Berlin. Auch seltene Limburger Rinder gehörten dazu. Es gab ein Streichelgehege und natürliche Ruhezonen für die Tiere.

Anfangs nur für IGA-Besucher geöffnet

Auch Poitou-Esel bereicherten die Anlage. Zu Beginn hatte die Wilhelma fünf Tierpfleger und einen Gärtner für die Anlage eingesetzt, die anfangs nur für IGA-Besucher zugänglich war. Bis zuletzt war auch der alte Schaubauernhof ein beliebter Anziehungspunkt für Familien mit Kindern, die die Tiere dort streicheln konnten.

Bis zuletzt war der Schaubauernhof ein beliebter Anziehungspunkt. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Die Gebäude bleiben vorerst stehen. Die Kühe, Esel, Rinder, Geflügel, Ziegen und Schafe brauchen ein neues Zuhause. „Die Tiere werden an Landwirte, private Nutztierhalter, Tier- und Wildparks abgegeben“, hatte Direktor Thomas Kölpin kürzlich erklärt.