Die Kickers-Spieler feiern mit ihren Fans den Achtelfinaleinzug im WFV-Pokal in Aalen. Foto: IMAGO/Eibner

Die Stuttgarter Kickers bekommen nach dem 2:0-Pokalsieg Lob vom VfR Aalen. Beim Gegner wird ein Ex-Blauer als Neuzugang gehandelt, der am Mittwoch auch im Stadion war.

Maurizio Gaudino stand nach dem 2:0-Sieg der Stuttgarter Kickers in der dritten WFV-Pokal-Runde beim VfR Aalen im VIP-Raum der Centus-Arena und lauschte den Worten der Trainer in der Pressekonferenz. Der Ex-Nationalspieler ist beim Fußball-Oberligisten seit dieser Saison als Sport-Beirat aktiv und hatte durchaus Lob für beide Teams parat: „Wir haben bis zum Strafraum gefällig gespielt, ließen den Ball gut laufen, gaben auch nie auf, aber es fehlte die Durchschlagskraft, der letzte Punch im 16er“, sagte der 58-Jährige zur Leistung des VfR. Und die Kickers? „Sie haben ihre fußballerische Klasse aufblitzen lassen, waren bei den beiden Toren sehr zielstrebig und abgezockt.“ Der zweitligaerprobte VfR-Innenverteidiger Thomas Geyer wagte sogar die Prognose: „Dieses junge Team kann in der Regionalliga für Furore sorgen.“

Es gibt Luft nach oben

Nun tun die Kickers gut daran, solche Aussagen richtig einzuordnen und vor allem auf dem Boden zu bleiben. In den beiden Pokal-Auftritten bei den Oberligisten 1. Göppinger SV und nun in Aalen ließ der Regionalligist so gut wie keine Chancen der Gegner zu, kam recht souverän weiter, hat aber letztendlich nicht mehr als seine Pflicht erfüllt. Luft nach oben gab es in beiden Spielen. Und in der Liga gilt es nach den Siegen in Fulda (1:0) und gegen den SV Sandhausen (3:2) am kommenden Sonntag (14 Uhr/Gazi-Stadion) gegen Eintracht Trier, nicht nur im Pokal, sondern auch wenn es um Punkte geht, mit der Favoritenrolle klarzukommen, die Leistungen zu bestätigen und nachzulegen.

Vorteil: Einige Spieler konnten vor den 2011 Zuschauern in Aalen geschont werden. Drei Viertel der Viererkette waren durch die Einsätze von Nico Blank, Vincent Schwab und Nico Fundel neu. Sie spielten für David Udogu, Jacob Danquah und Mario Borac. Auch Offensivmann Oskar Hencke bekam eine Verschnaufpause. „Bei manchen merkte man schon die fehlende Spielpraxis. Es gab das eine oder andere Abstimmungsproblem, aber das ist normal“, meinte Wildersinn. Zur Erinnerung: Schwab und Fundel hatten Verletzungen zurückgeworfen.

David Tomic mit einer Flugeinlage, Vico Meien (re.) beobachtet. Foto: IMAGO/Eibner

Fest steht: Es gibt Alternativen im Kickers-Kader. Nicht nur in der Viererkette. Im Mittelfeld brennt Per Lockl nach überstandener Verletzung auf einen Startelfeinsatz. Wenn Christian Mauersberger Ende September zurückkommt, verschärft sich auch auf der Außenbahn der Konkurrenzkampf noch mehr.

Der ist im Sturmzentrum überschaubar. Weshalb sich die Frage stellt, ob sich vor Schließung des Transferfensters Ende August noch etwas tut. Mögliche Wechsel von Sinan Tekerci und Meris Skenderovic – beide standen in Aalen erneut nicht im Kader – würden personellen Nachschlag finanziell erleichtern.

Antlitz nach Aalen?

Blutauffrischung im Kader könnte es auch noch für den ambitionierten Oberligisten VfR Aalen geben. Ex-Kickers-Spieler Niklas Antlitz (SG Barockstadt Fulda-Lehnerz) wird auf der Ostalb hoch gehandelt. Der 25-Jährige schaute das Pokalspiel in der Centus-Arena an und stand nach der Partie in der Nähe von Gaudino. Mehr als ein schmunzelndes „Schaun’ mer mal“ war dem Stürmer mit Blick auf seine sportliche Zukunft aber nicht zu entlocken.