(red) - Große Freude gab es bei den Mitarbeitern des Amts für Stadtplanung und Stadterneuerung in Stuttgart: Gleich zwei ihrer Projekte wurden beim renommierten Deutschen Städtebaupreis durch Bundesministerin Barbara Hendriks im Rahmen des Bundeskongress Nationale Stadtentwicklungspolitik in Hannover ausgezeichnet. Das Freiraumkonzept der Sozialen Stadt Hallschlag und der neu gestaltete Hospitalplatz als zentrales Projekt der Sanierung Hospitalviertel konnten die Jury überzeugen.

Das Freiraumkonzept der Sozialen Stadt Hallschlag ist von dem Stuttgarter Büro Lohrberg StadtLandschaftsarchitektur in Kooperation mit der Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft (SWSG) bis 2010 entwickelt worden. Seitdem wird es Stück für Stück umgesetzt. Gemeinsam mit dem Stadtteilmanagement von Weeber+Partner wurde eine beispielhafte, maßgeschneiderte Bürgerbeteiligung organisiert, die auch die Kinder des Stadtteils im Blick hat. Als „Stadtteildetektive“ nahmen die ihre Umgebung unter die Lupe und machten zahlreiche Vorschläge.

Heute verfügt der Hallschlag mit dem Travertinpark, den modernen Spiel- und Bolzplätzen, dazu attraktiven Quartiersplätzen und Wegeverbindungen über ein qualitätvolles Wohnumfeld mit vielfältigen Freiräumen. Die SWSG, die 80 Prozent der Wohnungen im Quartier bewirtschaftet, orientiert sich bei der Gestaltung der Freiflächen auf ihren Grundstücken ebenfalls langfristig am gemeinsamen Konzept und gliedert dabei klar öffentliche und nichtöffentliche Bereiche. Die Projektverantwortlichen beim Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung, Ulrike Bachir und Gritta Rotter, koordinieren die Stadtteilerneuerung im Hallschlag. In Kooperation mit dem Tiefbauamt sowie dem Garten-, Friedhofs- und Forstamt werden die Maßnahmen umgesetzt. Das Projekt wurde mit einer Belobigung ausgezeichnet.

Mit dem neu gestalteten Hospitalplatz wurde das zentrale Projekt der Sanierung Hospitalviertel ebenfalls Teil einer Bewerbung um den Deutschen Städtebaupreis. Die Stuttgarter Architekten Lederer, Ragnarsdòttir, Oei haben den neuen Hospitalhof für die Evangelische Kirche Stuttgart entworfen und gebaut. Baldauf, Architekten und Stadtplaner sowie die Ingenieure der ISTW Planungsgesellschaft zeichnen für die öffentlichen Flächen auf dem Hospitalplatz und in seiner Umgebung verantwortlich. Gemeinsam haben sie erfolgreich die Bewerbung eingereicht: Das Projekt wurde mit einer Auszeichnung prämiert.

Der Hospitalplatz war vor der Umgestaltung Fahrstraße und Parkraum für den Autoverkehr und nicht als Platz wahrnehmbar. Aufgrund seiner neuen Ausgestaltung als Fußgängerzone ist er nun das Herz des Viertels, ergänzt durch die Büchsenstraße als wichtige, fußgängerfreundliche Innenstadtachse. Die stadträumliche Umgestaltung umfasst auch die angrenzenden Flächen von Gymnasium- und Hohe Straße. So konnte rund um den historischen Hospitalhof mit seinem eindrucksvollen Neubau ein großer zusammenhängender öffentlicher Raum entstehen, der für Fußgänger und Radfahrer gleichermaßen attraktiv ist und eine hohe Aufenthaltsqualität hat.

Die Bewohner des Quartiers haben sich im Forum Hospitalviertel in der Bürgerbeteiligung für die Erneuerung dieses zentralen Platzes engagiert. Sie legten großen Wert auf Barrierefreiheit für alle Nutzergruppen. Ihr Konzept mobiler Sitzgelegenheiten mit den markanten blauen Hospitalplatzstühlen stellt ein Novum bei der Platzmöblierung in Stuttgart dar. Die Umgestaltung des Hospitalplatzes wurde beim Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung koordiniert und vom Tiefbauamt realisiert.

Der Deutsche Städtebaupreis wird seit dem Jahr 1980 alle zwei Jahre von der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL) ausgelobt und von der Wüstenrot Stiftung gefördert. In diesem Jahr sind dazu 130 Arbeiten zu vielfältigen Themen der Stadtentwicklung eingereicht worden. 15 von ihnen wurden prämiert. Insgesamt hat die Jury des Bundeskongresses in den beiden Kategorien „Städtebau“ und „Sonderpreis - Soziale Impulse durch Städtebau“ zwei Hauptpreise, fünf Auszeichnungen und acht Belobigungen vergeben.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: