Der Streit zwischen dem Strohländle-Veranstalter und den Stadtwerken hat sich hochgeschaukelt. Das Programm am Wochenende bleibt davon unberührt.
Die Sonne scheint, Kinder spielen im Heu, die Erwachsenen entspannen in den Liegestühlen und im Schatten der Bäume. Lautes Kinderlachen mischt sich unter die Jazzklänge, die der Jazzclub Leonberg am Freitagabend bei der Rhythm&Blues-Night auf der Bühne zum besten gibt. Das Strohländle bietet auf dem Engelberg genau das, was es soll: Spaß und Unterhaltung für alle.
So entspannt die Stimmung an diesem Sommerwochenende war, so angespannt ist das Verhältnis zwischen dem Veranstalter Johannes Leichtle und den Leonberger Stadtwerken. In der vergangenen Woche lieferten sich beide Parteien einen Schlagabtausch. Ausgangspunkt des Konflikts war die Organisation des Busshuttle-Verkehrs an den Strohländle-Samstagen – und dessen Fehlen am vergangenen Wochenende. Zudem war freies Parken in den Parkhäusern am Bahnhof und am Marktplatz angekündigt worden. Einige Knöllchen gab es dennoch. Diese hatte die Stadtwerke zwar Anfang der vergangenen Wochen direkt wieder kassiert. Doch der Eklat ließ nicht mehr aufhalten.
Schwarzer Peter hin und her geschoben
Über die Woche folgte ein Mailverkehr zwischen Johannes Leichtle und Stadtwerke-Geschäftsführer Frank Mildenberger – in CC waren schließlich auch die Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat und die Presse –, in dem es um unbeantwortete Rückfragen und mögliche Versäumnisse bei der Organisation ging. Leichtle erklärt, er habe die Stadtwerke in Sachen Pendelbusse und Frei-Parken Anfang Juli rechtzeitig kontaktiert, habe aber erst Mitte Juli eine Rückmeldung mit neu gesteckten Rahmenbedingungen bekommen, die er angenommen habe.
Stadtwerke-Chef Mildenberger wiederum erklärt, notwendige Abstimmungen seien seitens des Veranstalters unterblieben, wiederholte Rückfragen seien unbeantwortet geblieben. Er wirft Leichtle schwere Versäumnisse vor. Ende der Woche dann kündigte Leichtle in einer E-Mail die Zusammenarbeit mit den Stadtwerken auf und zieht rechtliche Schritte in Betracht.
Die große Frage am Freitag: Was bedeutet das für den Buspendel-Verkehr und die Strohländle-Besucher, die am Samstag die AC/DC-Tributeband The Jack sehen und hören wollen? Die Stadt sieht auf Nachfrage unserer Zeitung hier den Veranstalter in der Zuständigkeit. Der wiederum erklärte: „Ich habe niemanden beauftragt und halte mich raus.“ Er wolle sich von den Stadtwerken distanzieren. Walter Kappus, Geschäftsführer des zuständigen Busunternehmens, machte klar: „Wir fahren, an diesem und auch an den kommenden Wochenenden.“ Und so war es dann schließlich auch, der Shuttlebus pendelte am Samstagabend vom Leonberger Bahnhof zum Engelberg und zurück.
Publikum hat wenig Verständnis
Eine kuriose Gemengelage, die sich möglicherweise auf die Zukunft des Strohländles auswirkt? „Das hoffe ich nicht“, sagt Ewald Gruber aus Renningen am Freitag zwischen Viertele und Flammkuchen. Er ist ein„eingefleischter Jazzfan, der das tolle Ambiente hier oben genießt“. Er habe von dem Streit gelesen, hänge das aber nicht allzu so hoch. In einem „vernünftigen Gespräch lässt sich so was doch wohl klären“, sagt der 68-Jährige.
„Ziemlich lächerlich“ findet Thomas Bucher aus Ditzingen das Ganze. Er hat kein Verständnis für derartige Diskussionen. „Das gehört vernünftig geklärt und muss nicht öffentlich ausgetragen werden“, sagt er. Den Shuttle-Service und das kostenfreie Parkangebot hält er aber für wichtig, denn: „Es gibt viele, die ihren Besuch davon abhängig machen, wo sie am Samstagabend parken können. Ich auch.“
Angesprochen auf den Eklat zwischen Stadt und Veranstalter, gibt es aber auch viele Besucher, die von all dem nichts mitbekommen haben. Oder die es „nicht interessiert. Hauptsache, die Musik ist gut und ich kann hier einen entspannten Abend haben.“