Der frisch modernisierte Tafelladen heißt in Ditzingen Strohgäuladen. Er liegt abgelegen und ist dennoch zentral. Das Tafel-Team würdigt die Kunden – doch es gibt auch Grenzen.
Die Gruppe der Wartenden vor dem Tafelladen ist groß, minütlich wird sie größer, je näher die Öffnung rückt. Ein Mann sitzt auf der Bank an der Hauswand mit seinem Trolley. Er habe Probleme mit dem Laufen, erzählt er – später sieht man ihn stark humpeln – der Weg vom Bus ist mühsam, aber machbar. 170 Euro blieben ihm monatlich zum Leben, seit acht Jahren ist er auf die Tafel angewiesen. Der 60-Jährige ist gelernter Werkzeugmacher. Er blickt auf anstrengende Arbeitsjahre, sei dann ein Opfer eines größeren Stellenabbauprogramms geworden. Inzwischen sei er kein Individuum mehr, so beschreibt er die Kommunikation mit den Ämtern, „ich bin eine Nummer“.
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