Straßenkünstlerinnen und -künstler unterschiedlichster Couleur geben sich am 4. Mai beim neunten Esslinger Straßenkunstfestival Straku die Ehre. Auf vier Bühnen und spontan in den Straßen zeigen sie unterschiedlichste Facetten der Kleinkunst.
Akrobaten, Jongleure, Clowns und Musiker geben sich ein Stelldichein, wenn das Straßenkunstfestival Straku die gesamte Esslinger Innenstadt am Samstag, 4. Mai, in eine große Kleinkunstbühne verwandelt. Auf vier Podien gibt es von 12 bis 18 Uhr nonstop Programm, und wer mit offenen Augen durch die Stadt geht, kann Straßenkünstlern auch auf Schritt und Tritt begegnen. Der Initiator Philipp Falser und sein Team präsentieren ihr Festival zum neunten Mal in Esslingen. Und auch wenn die Rahmenbedingungen seit der Premiere 2016 nicht einfacher geworden sind, legen sich die Veranstalter mächtig ins Zeug, damit das Straku 2024 an die Erfolge seiner Vorgänger anknüpfen kann.
Kostenfreier Kulturgenuss
„Wir lieben Kunst für alle und bieten kostenfreien Kulturgenuss für alle“, bringt Falser sein Konzept auf den Punkt. Anders als in stationären Kultureinrichtungen braucht das Publikum nicht gezielt zu einem bestimmten Kulturereignis zu kommen. Wer am 4. Mai durch die Innenstadt geht, wird ganz selbstverständlich mit Kleinkunst unterschiedlichster Couleur in Berührung kommen. „Für viele Besucher besteht der besondere Reiz des Festivals darin, ganz spontan auf Kunst und Kultur aufmerksam zu werden“, sagt Falser. „Man kann gar nicht anders, als irgendwann über unsere Künstler und deren Darbietungen zu stolpern. Das ist kulturelle Teilhabe im allerbesten Sinne.“ Und weil sich dieses Konzept in Esslingen bewährt hat, hat das Beispiel von Straku inzwischen auch in Leonberg, Winterbach und Heilbronn Schule gemacht.
Elf verschiedene Darbietungen kann das Publikum in der Innenstadt erleben – alle Künstler und Ensembles treten mehrfach an unterschiedlichen Orten und zu unterschiedlichen Zeiten auf. Dass die Veranstalter diesmal zwei Acts weniger als in früheren Jahren präsentieren können, hat einen simplen Grund: „Die Kosten sind kontinuierlich gestiegen, unser Budget ist jedoch um 40 Prozent geringer als früher“, erklärt Falser. Die Zuschüsse von Kulturamt und Stadtmarketing sind trotz deutlich höherer Aufwendungen stabil geblieben.
Rückläufig ist allerdings die finanzielle Unterstützung durch die örtliche Geschäftswelt. „Wir sind dankbar für alle, die uns unterstützen“, sagt Philipp Falser. „Wir merken allerdings auch, dass mit Kögel und Karstadt zwei wichtige Säulen des Einzelhandels weggebrochen sind.“
Eine Idee zieht Kreise
Davon soll das Straku-Publikum aber nichts merken. „In Esslingen haben wir unser erstes Straßenkunstfestival veranstaltet, hier sind wir zuhause – das ist für uns eine Herzensangelegenheit“, sagt Falser. Die vielen Ehrenamtlichen, die das Organisationsteam unterstützen, machen vieles möglich – weitere Helferinnen und Helfer können sich auch kurzfristig noch melden. Die Hauptrolle spielen aber natürlich die Künstlerinnen und Künstler, die teils von weither anreisen. Da ist beispielsweise Cie Facile à Retenir aus Mexiko, der Straßentheater, Jonglage und Magie in seiner „Opera for Spaghettis“ vereint. Stefano Locati aus Italien verbindet mit seinen „Beatsocks“ Straßentheater und Puppenspiel. Einrad-Weltmeisterin Janna Wohlfarth ist ebenso dabei wie der Straßenkünstler Jovo, der Jonglage und Comedy vereint. Immer wieder gern zu Gast sind die Luftakrobaten des Duos Vollegro.
Der Kinder- und Jugendcircus Calibastra zeigt, dass es am Nachwuchs nicht fehlt, und auch musikalisch ist einiges geboten: Die Band Phi, das Duo SCCS und die Musiker Borna und Breena, sorgen für den Ton, derweil Axel Nagel ein besonderes Schmankerl verspricht: Er beherrscht mit dem Theremin eines der ungewöhnlichsten Instrumente, die je geschaffen wurden.