Die Neckartalstraße in Bad Cannstatt wird in den Sommerferien in Fahrtrichtung Esslingen und in die Innenstadt gesperrt. Autofahrer müssen weite Umwege in Kauf nehmen.
Die Sommerferien gehören in der Wilhelma zur besucherstärksten Zeit des Jahres. Im Schnitt 7000 Besucher, bei Sonnenschein auch mehr als 10 000, strömen pro Tag in den zoologisch-botanischen Garten in Bad Cannstatt. Umso mehr kommt der nächste Bauabschnitt am benachbarten Leuzeknoten für die Verantwortlichen zur Unzeit. Denn ab Montag, 4. August, bis Freitag, 29. August, ist die Neckartalstraße für den Verkehr in Fahrtrichtung Esslingen und in die Innenstadt gesperrt. Die Wilhelma-Verantwortlichen befürchten daher große Probleme auf dem eigenen Parkplatz für Besucher und Mitarbeiter.
Zusätzliche Parkplätze aus dem Cannstatter Wasen
„Wir haben unsere Bedenken der Stadt im Vorfeld auch bereits mitgeteilt“, betont Wilhelma-Pressesprecher Birger Meierjohann. Geändert hat sich an den Plänen aber nichts. Vor allem zu den Stoßzeiten befürchte man einen Rückstau an Fahrzeugen, die aus dem Parkhaus in die Neckartalstraße ausfahren wollen, da anstatt der üblichen zwei nur noch eine Spur in Richtung der Neckarvorstadt zur Verfügung steht. Zudem sei zu erwarten, dass Autofahrer – im schlimmsten Fall auch lange Lastwagen – , die Hinweisschilder auf die Sperrung nicht rechtzeitig wahrnehmen oder ignorieren und daher an der Einfahrt zum Parkplatz oder gar auf diesem selbst notgedrungen wenden müssten. „Das würde aufgrund der beengten Platzverhältnisse für zusätzlichen Rückstau sorgen“, ist Meierjohann überzeugt. Und nicht zuletzt könnte auch der Fahrplan der Stadtbahnlinien, deren Gleise bei der Einfahrt ins Parkhaus überquert werden müssen, aus dem Takt geraten.
Das Problem hat man auch bei der Stadt wahrgenommen. Während der Öffnungszeiten der Wilhelma werden daher zusätzliche Parkmöglichkeiten auf dem Cannstatter Wasen ausgewiesen. „Die Besucher werden gebeten, auf die Hinweise des Parkleitsystems im Neckarpark zu achten“, sagt ein Stadtsprecher. Ansonsten müssen die Autofahrer teilweise weite Umwege in Kauf nehmen. Eine Umleitung für die Fahrtrichtung Esslingen ist über die Neckartalstraße und die Reinhold-Maier-Brücke in Münster sowie die Ausgburger Straße ausgeschildert. In Fahrtrichtung Innenstadt kann man auf die Prag- und Heibronner Straße ausweichen. Der Rosensteintunnel ist von der Sperrung nicht betroffen.
Eine halben Milliarde Euro Kosten
Der Umbau des Leuzeknotens, der untrennbar mit dem Rosensteintunnel verknüpft ist, ist eigenen Angaben zufolge das größte Straßenbauvorhaben, das die Landeshauptstadt bislang an einem Stück durchgeführt hat – und ein sehr teures. Inzwischen sind die Kosten von den ursprünglich beim Baubeschluss im Jahr 2012 angedachten 193,5 Millionen Euro auf knapp eine halbe Milliarde Euro wegen längerer Bauzeiten und enormen Kostensteigerungen für das Material angestiegen. Das Ziel, den Durchgangsverkehr auf der B 10 in den Tunnel unter dem Rosensteinpark zu verlegen, wurde mit der Eröffnung der Röhre zwischen Neckartal und Pragsattel im März 2022 umgesetzt. Die damit verbundene Neuregelung der komplexen Verknüpfung von B 10 und B 14 des Leuzeknotens neben dem namensgebenden Mineralbad zieht sich hingegen voraussichtlich noch bis Mitte 2026 hin.
Rampe vom Wilhelma-Parkhaus wird verlegt
Zwar wurden die dritte Tunnelröhre entlang des Leuze-Areals und der sogenannte Kurztunnel, durch den der Verkehr aus Esslingen kommend in Richtung Innenstadt rollt, sowie die Rampe für Linksabbieger auf die König-Karls-Brücke bereits fertiggestellt, nunmehr verlagern sich die Arbeiten auf die Seite des Rosensteinparks. „Die Rampe der Neckartalstraße vom Wilhelma-Parkhaus zum Leuze-Knoten, die Richtung Innenstadt führt, wird nun in ihre endgültige Lage verlegt“, erklärt der Stadtsprecher. Das könne nur unter einer Vollsperrung erfolgen. Zum Leidwesen der Besucher und Mitarbeiter des zoologisch-botanischen Gartens.