Geht nicht gibt’s nicht für Gerd Zimmermann. Er repariert leidenschaftlich gern technische Dinge, ehrenamtlich für andere. Deswegen ist er als „Filderstädter des Jahres“ ausgezeichnet.
Die meisten Haushalte haben ihre Werkstatt versteckt in der Garage oder im Keller, bei Gerd Zimmermann muss man hoch hinaus, um zur Werkbank zu gelangen. In einem Räumchen unterm Dach hat er sich sein Bastelstudio eingerichtet. In vielen Schublädchen warten Schrauben, Nägel und andere Kleinteile auf ihren Einsatz, ein stattlicher schwarzer Werkzeugkoffer enthält Zangen, Schraubenzieher und anderes Gerät. Es ist Gerd Zimmermanns Einsatzkoffer. Den nimmt er mit, wenn bei irgendjemandem in Filderstadt mal wieder etwas klemmt. Wenn eine Tür nicht mehr richtig schließt oder eine Leiste locker ist. Dann steht Gerd Zimmermann mit „Rat und Tat“ parat.
So nennt sich ein städtisches Angebot. Menschen, die praktische Hilfe im Alltag benötigen, können sich bei der Stadt melden, Freiwillige wie Gerd Zimmermann schwärmen dann aus, um kleinere Reparaturen zu erledigen oder technische Geräte flottzumachen. „Es sind überwiegend ältere Leute, die Hilfe brauchen“, sagt er. Mal haben sich die TV-Sender verstellt, mal muss eine Glühbirne gewechselt werden.
Das erledigt Filderstadts Daniel Düsentrieb ohne Bezahlung
Gerd Zimmermann gehört zu einer kleinen Gruppe von engagierten Männern, die dann unentgeltlich aushelfen. „Rat und Tat“ ist aber nicht Gerd Zimmermanns einziges Ehrenamt. In digitalen Sprechstunden, unter anderem von der Familienbildungsstätte organisiert, erklärt er vornehmlich älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern Smartphone, Tablet und Computer, Gesundheitsbotschafter der Stadt ist er ebenso und erklärt in dieser Funktion bei Bedarf Seniorinnen und Senioren Neuerungen wie Gesundheitsapps, Telemedizin oder E-Patientenakte. Darüber hinaus widmet er sich seit bereits sechs Jahren in Reparaturcafés in Bonlanden und Sielmingen gemeinsam mit anderen Tüftlern kaputten Föhns, Mixern und Radios – und macht sie im Idealfall wieder flott. Auch das erledigt der Filderstädter Daniel Düsentrieb freiwillig und ohne Bezahlung.
Für seinen Einsatz ist Gerd Zimmermann nun als „Stiller Held“ ausgezeichnet worden. Zum bereits siebten Mal hat die Bürgerstiftung Filderstadt diese Ehrung an jeweils drei Personen vergeben und sie als Filderstädter des Jahres gewürdigt. „Dieser Anlass steht für unsere Stiftungsziele, das Miteinander, das Füreinander und das Verbindende. Und er rückt diejenigen Menschen ins Zentrum, die sich für das Gemeinsame still und leise stark machen“, teilt die Bürgerstiftung mit. Und weiter: „Mit seinem vielfältigen Engagement ist Gerd Zimmermann eine verlässliche Stütze für viele Menschen in Filderstadt. Hilfsbereit, pragmatisch und überzeugend.“
Gerd Zimmermann ist in seinen diversen Ehrenämtern etwa ein- bis zweimal die Woche im Einsatz, zudem hat er als Teil des Moderatorenteams mehrmals am Tag ein Auge drauf, was in der Facebook-Gruppe „Treffpunkt Filder“ passiert. Weit mehr als 13.000 Menschen tauschen sich hier virtuell aus. Viel Aufwand, doch er zuckt nur mit den Schultern. „Weil es Spaß macht. Ich finde die Themen interessant, es liegt mir einfach.“ Der 65-Jährige hat zwar in den letzten Jahren seines Berufslebens im Vertrieb gearbeitet, gelernt hat er aber Elektroniker. Das Handwerkliche, das Praktische, das ist so seines. Keine Vereinsmeierei, lieber ganz unkompliziert anpacken. „Wenn irgendwo ein Draht rausguckt, bin ich sofort dabei“, sagt er und grinst. Dinge in Ordnung bringen, das macht ihm Freude. „Wenn etwas nicht funktioniert, das ist für mich ganz schlimm.“