Der Energiekonzern EnBW sucht in den nächsten Jahren Tausende neue Mitarbeiter. Foto: dpa

Die IT-Modernisierung im Personalbereich der EnBW kommt noch später: statt zu Beginn nächsten Jahres sollen die neuen Systeme nun erst im Mai 2026 konzernweit starten.

Das Großprojekt des Energiekonzerns EnBW zur Digitalisierung des Personalbereichs („Enable HR“) verzögert sich noch mehr als bisher bekannt. Statt zu Beginn des Jahres 2026 sollen die neuen Systeme nun erst im Mai 2026 konzernweit starten. Dies teilte eine EnBW-Sprecherin auf Anfrage mit. Damit verschiebt sich die ursprünglich für Anfang 2025 geplante Umstellung ein weiteres Mal. Die IT-Modernisierung ist für das Unternehmen auch deshalb ein zentrales Vorhaben, weil es in den nächsten Jahren Tausende neue Beschäftigte gewinnen will.

Das 2027 auslaufende SAP-System sollte ursprünglich durch eine Kombination von drei verschiedenen Software-Lösungen ersetzt werden. So war dies noch Anfang dieses Jahres geplant und öffentlich angekündigt worden. Wegen der hohen Komplexität hat man sich inzwischen für eine Reduktion auf zwei Systeme entschieden, vom US-Anbieter Workday und von SAP. Seit Juli laufe der Probebetrieb in einzelnen Konzernbereichen stabil, hieß es zuletzt.

Hackerangriff: einige Mitarbeiter betroffen

Als „zentrales Personalmanagementsystem“ ist Workday laut einer EnBW-Sprecherin bereits in zwei Pilotgesellschaften im Einsatz. Entsprechend aufmerksam wurde im Unternehmen ein unlängst erfolgter Hackerangriff auf den US-Anbieter verfolgt. Dabei sei eine Plattform eines Drittanbieters zur Kundenverwaltung attackiert worden, auf die Workday-Kunden nach individueller Registrierung Zugriff erhielten. Die im Rahmen von „Enable HR“ eingeführten und geplanten Cloud-Anwendungen seien nicht betroffen. „Insofern hat das Ereignis auch keine Auswirkungen auf den Zeitplan“, betont die Sprecherin.

Nach ihren Angaben sind bei dem Hackerangriff „keine Kundendaten der EnBW abgeflossen“. Betroffen seien „ausschließlich wenige geschäftliche Kontaktdaten von einigen Mitarbeitenden“. Alle Betroffenen seien dem Unternehmen bekannt, man habe sie persönlich kontaktiert und informiert.