Foto: Stadt Esslingen - Stadt Esslingen

E-Mobilität total. Der SVE ist laut seinem Leiter, Andreas Clemens, gerade in der Umsetzungsphase und hat mit der Ausschreibung der Planungsleistungen begonnen.

EsslingenDer Städtische Verkehrsbetrieb Esslingen (SVE) fährt voll auf E-Mobilität ab: Der Busbetrieb wird nach einem Grundsatzbeschluss des Gemeinderates 2017 und der Genehmigung der Streckenverläufe für den Ausbau Anfang diesen Jahres komplett umgestellt. „Wir sind gerade in der Umsetzungsphase und haben mit der Ausschreibung der Planungsleistungen begonnen“, erklärt Leiter Andreas Clemens, der zusammen mit seinem Leiter des Fahrbetriebs, Markus Weinberg, das Projekt voller Elan anpackt. Bis 2023 soll das ehrgeizige Projekt abgeschlossen sein – dann sind die SVE-Dieselfahrzeuge im Regelbetrieb Geschichte.

Die Elektrifizierung des Esslinger Busverkehrs wird laut der beiden Experten in drei Ausbaustufen erfolgen: Zunächst kommt die Pliensauvorstadt an die Reihe. Mit einer Einrichtungsfahrleitung stadtauswärts von der Kreuzung der Brücken- und der Stuttgarter Straße bis unmittelbar hinter den Kreisverkehr an der Eberhard-Bauer- und der Weilstraße. Bis Ende 2021, so Andreas Clemens, soll die Pliensauvorstadt nach bisherigen Planungen elektrisch befahrbar sein. Nach dem Stadtteil kommt die Stadt an die Reihe – Ausbaustufe zwei umfasst den Altstadtring. Geplant ist eine beidseitige Fahrleitung von der Abzweigung Schelztorstraße entlang der Berliner und der Augustiner Straße bis zur Abzweigung Grabbrunnenstraße. Weiter geht es von dort über die Kiesstraße bis zur Maillekreuzung.

Kosten für Elektrifizierung

In einer letzten dritten Stufe wird der Esslinger Norden elektrifiziert. Gebaut werden Einrichtungsfahrleitungen stadtauswärts von der Abzweigung der Grabbrunnenstraße entlang der Mülberger- und der Wielandstraße in die Rotenackerstraße. Von dort geht es weiter bis zum Kreisverkehr in der Kirchackerstraße, wo die Elektrifizierung nach etwa 80 Metern endet.

Keine billige Angelegenheit. Allein für die Oberleitungsinfrastruktur mit Masten und Leitungen werden laut Andreas Clemens etwa 7,4 Millionen Euro ausgegeben, die Gesamtkosten für die Maßnahme beziffert er mit gut 25 Millionen Euro. Es sei aber ein Antrag auf Förderung beim Bund gestellt worden, und die Verantwortlichen hoffen zuversichtlich auf einen positiven Bescheid. Dann würden bis zu 50 Prozent der Kosten bezuschusst. Die Dieselfahrzeuge werden im Rahmen der Elektrifizierung aus dem Verkehr gezogen und 17 neue Elektrohybridfahrzeuge angeschafft – Kosten pro Bus etwa eine Million Euro. Für Andreas Clemens als Betriebswirt mit wirtschaftlich ausgeprägtem Denken rechnen sich diese Ausgaben dennoch: auch durch die Bezuschussung durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und den Verkauf der bisher genutzten Dieselbusse. Die Oberleitungsbusse seien zwar teurer in der Anschaffung, aber wegen ihrer längeren Nutzungsdauer, ihrer niederen Reparaturanfälligkeit und ihrer geringeren Wartungsintensität günstiger im Unterhalt. Der SVE-Chef betont aber auch, dass es wegen der Elektrifizierung keine Personaleinsparungen geben werde.

Und die Umstellung hat nach Darstellung von Markus Weinberg viele Vorteile – vor allem für die Umwelt: Die CO2-Einsparung ist groß – 79 Tonnen fallen pro Jahr und Fahrzeug weniger an. Es gilt „Zero Emission“, kein umweltschädlicher Ausstoß, und der Strom zur Betreibung der neuen Busse stammt aus regenerativen Energien. Die Lärmbelastung für die Anwohner ist geringer, da „E-Motoren deutlich leiser sind als Verbrennungsmotoren“. Und die Maßnahme diene auch der Steigerung der Wohn- und Lebensqualität durch viele emissionsfreie Strecken.

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