Der größte aller Blumensträuße? Wird laut einem Online-Blumenhändler wohl nicht von Stuttgart aus verschickt – zumindest wenn man Bestelldaten auswertet. Foto: dpa

Wie viel darf ein bisschen Romantik kosten? Das zeigen Verkaufsdaten eines bundesweiten Online-Blumenhändlers. Stuttgart spielt hier keine rühmliche Rolle.

Auch ohne Blumen lässt sich ein wenig Zuneigung oder etwas Liebe ausdrücken. Doch ein Blumenstrauß, am besten Rosen, ist die vielleicht härteste Währung. Das trifft zumindest am Valentinstag zu, der seit vielen Jahrzehnten nicht nur von der Blumenindustrie gehypt wird: Auf die Größe komme es an.

Aber wie viel wird in den Blumengruß investiert, wenn der Strauß online bestellt wird? Unter den Online-Blumenhändlern hat Bloom & Wild seine Bestelldaten vom Valentinstag des vergangenen Jahres wie aus aktuellen Bestellungen ausgewertet und das Kaufverhalten nach 25 größeren Städten aufgeschlüsselt.

Das Ranking führt Erfurt an. Hier gaben Schenkende im Schnitt rund 52 Euro pro Valentinstagsstrauß aus, in Potsdam durfte der Strauß im Mittel rund 50 Euro kosten. Zwar ist Erfurt durch seine Gartenbautradition als „Blumenstadt“ bekannt, dennoch ist das Ergebnis überraschend. Der Valentinstag spielte in der DDR kaum eine Rolle, sondern galt von offizieller Seite eher als reaktionärer Konsumismus des Westens. Stattdessen erhielten Frauen am 8. März, dem internationalen Frauentag, Blumen – meist rote Nelken.

In Baden-Württemberg hat sich der Blumenbrauch zum Valentinstag die vergangenen Jahrzehnte dagegen recht gut gehalten. Liegt es an der Sparsamkeit, dass die in Ulm und Karlsruhe bestellten Sträuße „nur“ um die 40 Euro kosten durften? Und weshalb geben Stuttgarter und Stuttgarterinnen vergleichsweise wenig aus?

Für viele ist der 14. Februar ein wichtiges Datum. (Symbolbild) Foto: imago/Bihlmayerfotografie

Die Landeshauptstadt liegt beim Wert des online bestellten Blumengrußes mit Platz 17 im hinteren Mittelfeld. Hier betrugen die Ausgaben für den Valentinstagsstrauß im Schnitt knapp 42 Euro. Gemessen an der Kaufkraft ist das vergleichsweise niedrig. Ähnlich kaufkräftige Stadtbewohner aus Hamburg, München oder Frankfurt investierten merklich mehr in den Blumengruß.

Gründe für das Kaufverhalten liefert Bloom & Wild nicht. Vielleicht legen die Stuttgarterinnen und Stuttgarter ja noch im Online-Schlussspurt zu – die Datenerhebung des Versandhändlers endete am 25. Januar. Vielleicht sind die Stuttgarter nicht die schnellsten, dafür aber spontan. Oder sie überreichen die Blumen noch auf konventionelle Art – von Hand zu Hand.

Wirtschaftsfaktor Valentinstag

Erlöse
Der Handelsverband Deutschland (HDE) rechnet in diesem Jahr mit einem zusätzlichem Umsatz in Höhe 1,2 Milliarden Euro. Allerdings will nur ein Fünftel der Verbraucherinnen und Verbraucher in Valentinstags-Geschenke investieren – spürbar weniger als im vergangenen Jahr.

Konkurrenz
Weil der Valentinstag gleichzeitig der finale Samstag der Fasnet-, Faschings- und Karnelvalsliebhaber ist, fließe mancher Euro eher für feuchtfröhliche denn romantische Aktionen, heißt es.