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Was ist besser? Einen Shuttle durch das Herz Esslingens fahren zu lassen oder nur über den Ring rund um die Altstadt? Das ist derzeit Thema bei den Stadträten von SPD und Linke.

EsslingenQuer durch die Altstadt oder doch besser drumherum? Stadträte von SPD und Linke diskutieren derzeit die Frage, ob es besser sei, einen Shuttle durch das Herz Esslingens fahren zu lassen oder nur über den Ring rund um die Altstadt.

Grundsätzlich geht es darum, einen Widerspruch aufzulösen: Auf der einen Seite eine möglichst autofreie Innenstadt zu bekommen, auf der anderen Seite Kunden und Besucher kurze Wege zu Geschäften zu ermöglichen, um den Einzelhandel zu stützen. Die Fraktion Die Linke, der Bürgerausschuss Innenstadt und die City Initiative Esslingen befürworten einen Altstadt-Shuttle. Die SPD-Fraktion warf unlängst einen Alternativvorschlag in den Raum: Bevor der Gemeinderat über die Einrichtung eines Altstadtbusses entscheide, sollte als mögliche Alternative ein so genannte Ringstraßenshuttle geprüft werden.

Die Linke erkennt darin keine wirkliche Alternative. Stadtrat Tobias Hardt erklärte jetzt, das Konzept des Altstadtbusses orientiere sich an den Problemen von Menschen, die gerade innerhalb des Rings einer Lösung bedürfen. „Vor allem Menschen mit Mobilitätseinschränkungen oder Kunden mit großen Einkaufstaschen sollen davon abgehalten werden, mit dem eigenen Pkw in die engen Gassen der Innenstadt zu fahren, um dort nach Parkplätzen zu suchen.“ Zudem führen einige Buslinien mindestens im Viertelstundentakt auf dem Ring, die städtischen auch emissionsfrei. „Was soll da noch ein Kleinbus bringen?“ , fragte Hardt.

Ein Altstadtbus, der durch Fußgängerzonen fahre, könne zu unliebsamen Begegnungen mit Anwohnern, Fußgängern, Radfahrern sowie Lieferverkehren kommen, findet SPD-Stadträtin Heidi Bär, die auch Sprecherin im Mobilitätsausschuss ist. Die SPD-Fraktion bat daher die Verwaltung um Prüfung ihres Ring-Vorschlags. Zudem sollten die fußläufigen Entfernungen zwischen Haltestellen auf dem Ring zum Altstadtkern erfasst und ein Kostenvergleich beider Vorschläge angestellt werden.

Darüber zeigte sich Die Linke verwundert. Tobias Hardt: „Vom Blarerplatz zur Bushaltestelle Neckarforum läuft man acht Minuten, mit einer Gehhilfe 25 Minuten. Ziele wie der Kesselwasen oder der Postmichelbrunnen sind ähnlich weit von Bushaltestellen auf dem Ring entfernt. Man muss die Verwaltung nicht mit jeder Frage zusätzlich beschäftigen.“

Dass ein Altstadtbus den Lieferverkehr behindern könnte, bezeichnet Hardt als „besonders absurd“. Im Rahmen von „Green- City“ würden Lösungen gesucht, den Lieferverkehr zu beschränken. Nun sollten dem SPD-Vorschlag zufolge Menschen im ÖPNV dem Lieferverkehr weichen. „Green City“ bezeichnet einen Plan der Stadt zur Luftreinhaltung.

Die Idee, einen Altstadtbus zu installieren, manifestierte sich bereits im Februar in einem Beschluss, den der Ausschuss für Technik und Umwelt gefasst hatte.

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