Darauf ein kühles Getränk: Birgit Knolmayer, Leiterin des Gerlinger Stadtmuseums, genießt die neue Schau. Foto: Simon Granville

Die Sonderausstellung „Komm mit ans Meer“ entführt die Besucher des Gerlinger Stadtmuseums an die Küste – und erfrischt nicht nur die Kleinsten.

Ein Sandstrand, Liegestühle und ein Sonnenschirm – doch statt an der Adria findet sich diese Szene inmitten der Altstadt, im Kulturcafé des Gerlinger Stadtmuseums. Sie bildet den Auftakt zur diesjährigen Sonderausstellung „Komm mit ans Meer“, die pünktlich zur warmen Jahreszeit eröffnet wurde.

Die Schau lädt große und kleine Gäste zu einer spannenden Entdeckungsreise an die Küste ein. Schon die Jüngsten können hier spielerisch etwa erfahren, wie Ozeane entstehen, was der Klimawandel mit dem Meer zu tun hat – und was es mit klassischem Seemannsgarn auf sich hat.

Ein lebendiges Buch

Inspirationen lieferte das Wimmelbuch „Am Meer“ von Judith Hamaki und Peter Haake. Das Buch solle lebendig werden, so die Idee, und Kinder das Gefühl bekommen, direkt hineinzutauchen. Das Ausstellungskonzept wurde vom Weilimdorfer Museum übernommen und in Gerlingen durch zusätzliche Elemente ergänzt.

Für das Stadtmuseum Gerlingen ist es Neuland: Zum ersten Mal richtet sich eine Schau gezielt an Kinder. Die Museumsleiterin Birgit Knolmayer, die Kunstgeschichte und Pädagogik studiert hat und das Haus seit vier Jahren leitet, erklärt: „Wir möchten schon die Kleinsten spielerisch und altersgerecht an Kultur, Kunst und Geschichte heranführen.“ Deshalb setzt die Ausstellung nicht auf lange Texte, sondern auf ein interaktives Konzept: Es gibt Kreativstationen mit Origami, Magnetwände und andere Mitmachelemente, bei denen man zum Beispiel Gewürze erraten und Gegenstände ertasten muss. Diese ermöglichen einen spielerischen Zugang zur Thematik. Im Mittelpunkt steht das Erlebnis, verbunden mit Spaß, Neugier und letztlich einem guten Gefühl, das Museumsbesuche nachhaltig positiv im Gedächtnis verankern soll.

Viele Exponate machen das Thema Meer anschaulich. Foto: Simon Granville

Neben den spielerischen Aspekten wird es auch mal nachdenklich: Eine runde Tafel thematisiert mit Illustrationen den Klimawandel und die Verschmutzung der Meere. Eine andere erzählt von der Flucht über das Meer, die für viele Menschen lebensgefährlich war – und ist. „Bei der Ausstellung war es uns wichtig, den Kindern nichts vorzuenthalten“, sagt Birgit Knolmayer. „Sie dürfen ihre Augen nicht verschließen, denn letztendlich sind wir alle betroffen.“

Wozu einen Bommel?

Auch Erwachsene können im Stadtmuseum noch dazulernen. Warum haben Mützen etwa einen Bommel? Damit sich Seeleute unter Deck nicht ständig den Kopf anstoßen.

Die Sonderausstellung „Komm mit ans Meer“ wird von den Besucherinnen und Besuchern seit der Eröffnung durchweg positiv aufgenommen. An den Wochenenden werden Workshops, Vorlesestunden und kreative Events für Kinder angeboten. So werden Leuchttürme selbst gebastelt, ein anderes Mal geht es darum, die Meere zu retten. Und am Sonntag, 3. August, wird im Museumshöfle der Sommer gefeiert – mit kostenlosem Eintritt, viel Spiel und Spaß rund ums Meer.