Die Verkehrssituation und die Ampelschaltung in der Ortsmitte treibt manche zur Verzweiflung. Unter anderem deswegen will die Stadt Wernau ein Stadtentwicklungskonzept. Foto: Karin Ait Atmane

Der Wernauer Gemeinderat lehnt ein externes Stadtentwicklungskonzept ab und plant, die Zukunft der Stadt eigenständig zu gestalten.

Der Wernauer Gemeinderat hat sich geschlossen dagegen ausgesprochen, dass ein externes Fachbüro ein Stadtentwicklungskonzept erstellt. Lieber will das Gremium sich selbst Gedanken machen.

Das hatte sich Bürgermeisterin Christiane Krieger sicherlich anders vorgestellt. Sie erklärte im Gemeinderat, dass sie ein Stadtentwicklungskonzept für „ein gutes Werkzeug“ halte und hatte auch schon ein Stuttgarter Büro mit der ersten Konzept-Phase beauftragt. Die Kosten dafür, knapp 15 000 Euro, lagen noch im Verfügungsrahmen der Verwaltung. Der Gemeinderat lehnte es allerdings ab, weiterzumachen, was nochmal knapp 80 000 Euro kosten würde.

„Kein einziger Punkt ist neu“ – Kritik an Konzept für Wernau von externem Büro

Denn zum einen sei „kein einziger Punkt, den wir heute gesehen haben, neu“, erklärte Nicolai Boldt (Grüne) nach der Präsentation der Wernauer Stärken und Schwächen durch das Büro. Dass Wernau eine gute Verkehrsanbindung und Infrastruktur hat, zudem schöne Landschaftsbereiche rundum, das wusste man schon. Es war auch bekannt, dass die Kirchheimer Straße eine Belastung ist und Gewerbeflächen knapp sind. Und für das große Entwicklungspotenzial des Bahnhofsvorplatzes gibt es schon lange Pläne, nur hat bislang das Geld für deren Umsetzung gefehlt.

Finanzieller Spielraum in Wernau begrenzt: „Genug Hausaufgaben vor der Brust“

Zum anderen erklärten Mitglieder des Gremiums, dass angesichts der Finanzlage eine externe Beauftragung „nicht denkbar“ sei (Joachim Gelewski, Bürgerliste). In den kommenden Jahren habe man ohnehin schon „genug Hausaufgaben vor der Brust“, meinte Jens Müller (CDU). Und Petra Binz (SPD) sah den Spielraum der Stadt als „mehr als begrenzt“ an. Pjetar Nrecaj (Freie Wähler) schlug vor, dass der Gemeinderat selbst Leitlinien entwickeln könne, „eine Richtung, wo wir hin wollen“.

Die Bürgermeisterin unterbrach daraufhin die Sitzung, um Rücksprache mit den Fraktionsvorsitzenden zu halten und formulierte anschließend den Beschlussantrag neu. Fazit: Das Gremium will selbst und ohne externe Unterstützung an einem Gesamtrahmen für die Stadtentwicklung arbeiten – und die Vertreterin des Fachbüros wurde ohne Anschlussauftrag verabschiedet.