Der Gefahrenpunkt Sonnenkreuzung in Leonberg soll entschärft werden. Foto: Simon Granville

Der Knotenpunkt von Grabenstraße, Feuerbacher Straße und Stuttgarter Straße wird umgestaltet. Ziel: weniger Gefahren, bessere Orientierung. Aber das dauert noch.

An der Sonnenkreuzung ist der Neubau der Leonberger Kreissparkassen-Direktion längst fertig. Jetzt soll das Feintuning folgen. Die Stadt will den stark befahrenen Verkehrsknotenpunkt im Bereich Grabenstraße, Feuerbacher Straße und Stuttgarter Straße nicht nur umfassend neu gestalten, sondern mit bestimmten Maßnahmen auch die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer maßgeblich verbessern. So auch den Verkehrsfluss.

Sonnenkreuzung Leonberg: gefährliche und unfallträchtige Situationen

„Der derzeitige Kreuzungsbereich entspricht nicht mehr den aktuellen Anforderungen an einen sicheren und komfortablen Rad- und Fußverkehr. Zudem weist die Fahrbahnführung für den motorisierten Verkehr geometrische Schwächen auf“, erklärte Jens Schneider, der Leiter des städtischen Referats für innovative Mobilität, den Gemeinderäten im Planungsausschuss. Besonders problematisch sei die gleichzeitige Ampelschaltung für die Linksabbieger aus der Feuerbacher Straße, die in die Stuttgarter Straße wollen – sowie für die Geradeausfahrer und Rechtsabbieger, die aus der Grabenstraße entgegenkommen. Dies führe immer wieder zu gefährlichen und unfallträchtigen Situationen.

Die Verkehrsinseln sollen auf der Kreuzung weg, das Haus des früheren Hotels Sonne bleibt. Foto: Simon Granville

Auf Grundlage vorhandener Daten, der örtlichen Gegebenheiten und der definierten Zielsetzung hatte das Ingenieurbüro Praxl+Partner aus Filderstadt eine Machbarkeitsstudie erstellt. Dabei wurden mehrere Varianten untersucht und bewertet. Die Ergebnisse dieser Studie wurden im Juli 2024 in einem Workshop dem Planungsausschusses vorgestellt. Dieser gab dem Büro mit auf den Weg, die Entwurfsplanung auf Basis der Variante 2c weiter auszuarbeiten.

Baumaßnahme für neue Kreuzung soll etwa 754 000 Euro kosten

Diese sieht nun vor, alle derzeit bestehenden Fahrbeziehungen beizubehalten. Dabei soll der Radverkehr auf der Nord-Süd-Achse sowie bergab auf der Stuttgarter Straße auf der Fahrbahn geführt werden. Radfahrer, die von der Grabenstraße nach rechts in die Stuttgarter Straße abbiegen, sollen künftig die seitliche Fläche östlich der Grabenstraße gemeinsam mit den Fußgängern nutzen. Die Verkehrsinseln im Kreuzungsbereich entfallen, Fußgänger werden künftig über signalgesicherte Überwege geführt.

Der gesamte Umbau erfolgt innerhalb des bestehenden Straßenraums. Die Gesamtkosten der Baumaßnahmen werden auf etwa 754 000 Euro geschätzt. Die Stadt rechnet dabei mit einer „erheblichen Förderung aus Landesmitteln“. Die Bauleistungen sollen im ersten Halbjahr 2026 vergeben werden, frühester Baubeginn ist für September 2026 vorgesehen.

OB Cohn bringt eine optische Aufwertung ins Spiel

Geprüft werden soll zudem ein Vorschlag von Oberbürgermeister Martin Georg Cohn, die Beschaffenheit des Belags im Bereich der Sonnenkreuzung auch optisch aufzuwerten, um die Sicherheit zu erhöhen. Dem stimmte Stephan Schwarz (Freie Wähler) zu. „Und wenn die ‚Sonne’ nicht wäre, könnten wir noch mehr machen.“ Doch Versuche der Stadt, das ehemalige Gasthaus zu kaufen, scheiterten.

Gudrun Sachs (Grüne) Versuch, doch noch einen gesonderten Streifen für die Radfahrer zu schaffen, fand kein Gehör. Jörg Langer (Freie Wähler) konterte zum Thema Extra-Spur: „Wir sind in diesem Bereich platzmäßig beschränkt, außerdem sehe ich kaum Radfahrer, die die Grabenstraße hochfahren, das machen nur die Furchtlosen.“ Auch von einer farblichen Abstufung halte er nichts. „Das ist eine Hauptverkehrsstraße, so etwas kann man in der Stadtmitte machen.“ Das sieht der OB anders: „Die Sonnenkreuzung ist das Tor zur Altstadt, hier brauchen wir eine gestalterische Anmutung.“