Die Baustelle am Schorndorfer Spitalhof – ab Montag geht es weiter. Foto: Dirk Herrmann

Auf der Baustelle für die neue Schorndorfer Stadtbibliothek wird ab der kommenden Woche das Fachwerk in den Obergeschossen entfernt.

Einige Monate war Winterpause, doch von Montag an geht es weiter mit dem Umbau der künftigen Stadtbücherei am Spitalhof Schorndorf. Die Handwerker müssen in diesem Frühling den Dachstuhl und das Fachwerk komplett entfernen. Der massive Pilzbefall lässt keinen anderen Weg zu. Hinter den Kulissen haben die Verantwortlichen in den vergangenen Monaten intensiv geplant. „Nun wird auch die Baustelle der neuen Schorndorfer Stadtbibliothek am Spitalhof wieder sichtbar in Bewegung kommen“, teilt das Presseteam des Rathauses aktuell mit.

Bauarbeiten am Dachstuhl ab Montag

Anwohner, Beschäftigte oder Besucher der City werden dies ab Montag, 31. März, zu sehen und womöglich auch zu hören bekommen: Der Dachstuhl und das Fachwerk des Bestandsgebäudes werden bis auf die Decke über dem Erdgeschoss zurückgebaut. „Notwendig ist dieser Schritt aufgrund eines massiven Pilzbefalls des Holzes im Bestandsgebäude.“

Erwartet worden waren derartige Verzögerungen anfangs natürlich nicht. Bei der Vertragsunterzeichnung im November 2022 durch den Oberbürgermeister Bernd Hornikel und die beiden Geschäftsführer des Generalübernehmers, der Schorndorfer Schatz Projektbau, gingen die Beteiligten davon aus, „dass die Bibliothek wie geplant im Jahr 2025 eröffnet werden kann“, wie es damals unisono optimistisch hieß.

Künftig hofft man auf 120 000 Besucher jährlich

Die Umwidmung des vorherigen Technischen Rathauses zu einer neuen, prächtigen Bücherei soll einen deutlichen Besucherzuwachs bringen. Bislang sind es im Gebäude am Augustenplatz 65 000 Interessenten jährlich, künftig hofft man in Schorndorf auf 120 000 Besucher.

Es werde eine intensive Bauphase geben, „aber ich verspreche Ihnen, dass die neue Stadtbibliothek die Strapazen wert ist“, erklärte Hornikel. Der Zeitplan erhielt dann im vergangenen Jahr allerdings einen erheblichen Dämpfer – durch Querschüsse in den Querbalken, wenn man es flapsig formulieren möchte. Vor den Sommerferien 2024 verkündete Schorndorfs Erster Bürgermeister Thosten Englert, dass bei der Sanierung des Altbaus, der einstigen Meierei am Archivplatz, großflächiger Pilzbefall im Holz festgestellt worden sei. 60 Prozent der Dachsparren seien befallen.

1,9 Millionen Euro an Zusatzausgaben

Der Gemeinderat genehmigte Zusatzausgaben von 1,9 Millionen Euro (wobei gut die Hälfte durch Fördergelder gedeckt ist), damit die pilzbefallene Holzkonstruktion in den oberen Geschossen bis auf die Decke über dem Erdgeschoss abgetragen werden kann. Die Kosten steigen damit auf insgesamt 13,3 Millionen Euro, davon muss die Stadt Schorndorf allerdings nur 6,5 Millionen Euro tragen.

Die ursprüngliche Zeitschiene ist jedoch natürlich Makulatur. Der Eröffnungstermin dürfte sich womöglich bis Anfang 2027 hinziehen, hieß es kürzlich.

So viele Balken wie möglich erhalten

Den Rückbau des Dachstuhls übernimmt die Firma Holzbau Hieber aus Mögglingen. In den kommenden Monaten werden die Hölzer einzeln geprüft. Ziel ist es, so viele alte Balken wie möglich zu erhalten. Wo es möglich ist, wird das Holz von Fachleuten der Firma Härer Holzbau aus Plüderhausen restauriert und wiederverwendet. Beschädigtes Holz wird ersetzt.

Am Ende ein „wunderschönes Gebäude“

Anschließend folgt der Wiederaufbau von Fachwerk und Dachstuhl. Mit der Rekonstruktion wird das historische Erscheinungsbild des Bestandsgebäudes wiederhergestellt. Viele der Arbeiten finden vor Ort auf der Baustelle statt. Sie wurden vorab eng mit dem Landesamt für Denkmalpflege abgestimmt. Bürgermeister Englert schwärmte trotz der absehbaren Verzögerungen bereits vor einigen Wochen: „Dafür bekommen wir im Gesamtergebnis für rund 6,5 Millionen Euro ein wunderschönes Gebäude und eine tolle Bildungseinrichtung.“