Beim Berger Steg in Bad Cannstatt wird auf der Wasenseite ein erster Teil des Flussufers umgestaltet. Für andere Stuttgarter Projekte für die „Stadt am Fluss“ ist Geduld gefragt.
Die Landeshauptstadt ist die Großstadt zwischen Wald und Reben – und eine Stadt am Fluss. Eine Tatsache, die allerdings nur an wenigen Stellen, etwa am Max-Eyth-See, sichtbar wird. Zumeist verbirgt sich der Neckar zwischen Mühlhausen und Hedelfingen hinter dichtem Buschwerk oder ist durch viel befahrene Straßen für die Menschen erst gar nicht erreichbar.
Die gute Nachricht: Die Stadtverwaltung hat jede Menge Ideen für eine „Stadt am Fluss“ gesammelt. Die schlechte: Umgesetzt wurde wenig bis gar nichts. Obwohl einige Projekt bereits durchgeplant und sogar finanziert sind, mit einer zügigen Realisierung hat die Landeshauptstadt so ihre Probleme.
Viele Ideen für die Stadt am Fluss in Stuttgart
Bestes Beispiel ist der Hechtkopf. Die kleine Halbinsel beim Sicherheitshafen an der Hofener Straße in Bad Cannstatt soll für Spaziergänger begehbar gemacht werden. Mehr nicht. Doch seit Jahren schiebt die Stadt die Umsetzung vor sich her.
Immerhin können seit dem Sommer 2025 nach zweijähriger Umbauzeit die Untertürkheimer ihre schmucke neue Uferpromenade im Lindenschulviertel genießen.
Und auch in Bad Cannstatt tut sich in diesem Jahr etwas. Ein 75 Meter langer Abschnitt soll unter dem Arbeitstitel „das kleine Wasenufer“ im Bereich der Schiffsanlegestelle östlich des Berger Stegs umgestaltet werden.
Die Maßnahme soll bis zur Internationalen Bauausstellung im kommenden Jahr realisiert werden und den IBA 27-Besuchern zeigen, wie durch minimale bauliche Eingriffe der Neckar in Stuttgart schrittweise für die Stadtgesellschaft erlebbar gemacht werden kann.
Baukosten liegen bei 400 000 Euro
Zentrale Maßnahmen sind unter anderem eine neue Rampe zwischen Dammkronenweg und unterem Uferbereich sowie Sitzmöglichkeiten. Ergänzend entsteht ein repräsentativer Ankunftsort für die im Sommer anliegenden Fahrgastschiffe. 400 000 Euro kostet das Projekt, wobei der Verband Region Stuttgart 140 000 Euro beisteuert.
„Für die Entwicklung des Erlebnisraums Neckar, der auch innerhalb des Stadtgebiets für die ganze Region interessant ist, bietet der viel genutzte Dammkronenweg großes Potenzial“, sagt Peter Pätzold, Stuttgarter Bürgermeister für Städtebau, Wohnen und Umwelt. Auch dank der Unterstützung durch die Region könne Stuttgart das Teilstück noch für die IBA’27 fertigstellen.
Vor zwei Jahren wurde mit der Neugestaltung des Wasenufers zwischen der König-Karls-Brücke und der Daimler-Teststrecke vom Gemeinderat ein weiteres, diesmal sogar richtig teures Projekt aus dem Themenkomplex „Masterplan Erlebnisraum Neckar“ auf den Weg gebracht.
Doch wie beim Thema „Stadt am Fluss“ üblich, müssen sich die Bürgerinnen und Bürger in Geduld üben. Denn laut Verwaltung wird es wohl 2032, bis alle Maßnahmen fertig sein werden. Das prognostizierte Preisschild hat es zudem in sich: rund 30 Millionen Euro. Dabei wurden beim Projektbeschluss 2019 die Kosten noch mit lediglich 12,5 Millionen Euro beziffert.