Dirk Preiß, Managing Editor Sport, interviewt auf dem Podium Misha Kaufmann (re.) und Kai Häfner vom TVB Stuttgart. Foto: Baumann

Offen, authentisch, unerschrocken gaben sich Kai Häfner und Misha Kaufmann vom TVB Stuttgart beim Talkformat unserer Zeitung im Café Gottlieb. Wir präsentieren die besten Sprüche.

Beim Talkformat unserer Zeitung „Gespräche im Gottlieb – Stuttgarter Sportstars hautnah“ lieferten Trainer Misha Kaufmann und Ex-Nationalspieler Kai Häfner vom TVB Stuttgart spannende Einblicke. Sie gaben vor dem Handball-Bundesliga-Derby gegen Frisch Auf Göppingen (Donnerstag, 19 Uhr/Porsche-Arena) auch einige unterhaltsame Sprüche zum Besten.

„Die Torhüter müssten eine Kassette zur Hand nehmen, so lange ist das her.“ (Kai Häfner über die Tatsache, dass er erstmals nach rund 20 Jahren wieder Siebenmeter wirft und deshalb kein Videomaterial vorliegt)

„Kai hat die feinste Klinge der Liga, doch im Training hat er das Siebenmeterwerfen gegen mich verloren.“

(Misha Kaufmann)

„Ich will nicht gut sein, ich will der Beste sein.

Gute Stimmung auf dem Podium Foto: Baumann

(Misha Kaufmann über seinen Ehrgeiz)

„Wir alle malen ein Bild. Wenn ich 15 verschiedene Stifte und Blätter austeile, malt jeder ein anderes Bild. Die Kunst auf dem Spielfeld liegt darin, zusammen ein Bild zu malen, das gleich aussieht. Dieses Bild entscheidet darüber, ob wir gewinnen oder verlieren.“ (Misha Kaufmann)

„Wenn ich es nicht schaffe, dass die Jungs brennen, dann habe ich einen Fehler gemacht.“

(Kaufmann zum fehlenden Biss beim 23:32 in Magdeburg)

„Man hat viel Wasser gekauft, aber eine Kaffeetasse dazu gestellt. Die Qualitäten haben nicht zueinander gepasst.“

(Misha Kaufmann zu transferpolitischen Entscheidungen des TVB in der Vergangenheit)

Misha Kaufmann Foto: Baumann

„Wenn ich gegen einen Formel-1-Wagen auf Asphalt antrete, habe ich mit einem Straßenwagen keine Chance. Also muss ich auf Schotter fahren. Das hat mit System zu tun. Ich habe angefangen, gegen die großen Clubs das System zu ändern, dagegen hatten sie keine Automatismen. Das macht sie langsamer.“ (Misha Kaufmann zu seinen innovativen Ideen, wie zum Beispiele den Einsatz von vier Rückraumspielern)

„Von außen hat man das Gefühl, ich sei ein Diktator, aber ich will sehr viel gemeinsam mit meinen Jungs zum Wachsen bringen. Meine Hand kann alleine nicht klatschen.“(Misha Kaufmann)

„So einen Alten braucht man nicht mehr.“ (Kai Häfner über eine mögliche Rückkehr in die Nationalmannschaft zur Heim-WM 2027)

„Ich glaube, wenn Sie morgen Früh ein Sondertraining ansetzen, wären einige hier aus der Runde dabei und wollten die rote Kirsche.“(Moderator Dirk Preiß nach Misha Kaufmanns Vergleich aus der Psychologie, dass harte Trainingsarbeit mit der roten Kirsche belohnt wird)

„So leicht gibt es die rote Kirsche nicht.“ (Kai Häfner)

„Wir könnten auch noch sechs Spiele verlieren. Ich bin fest davon überzeugt, dass das, was Misha Kaufmann macht, Erfolg bringt – da könnt ihr mich beim Wort nehmen. Weil das zu 100 Prozent Hand und Fuß hat. Nur wann kann ich nicht sagen.“

(Kai Häfner)

„Ich mache auch Vertrauenstraining. Ich habe dabei schon mit Augenklappen gearbeitet. Der Nebenmann muss einen Mitspieler, der verbundene Augen hat, führen und viel mit ihm kommunizieren. Damit wächst Vertrauen.“

(Misha Kaufmann)

Schöne Atmosphäre im „Gottlieb“ Foto: Baumann

„Es geht nicht um meine Person. Ich brauche keinen Ruhm, keine Anerkennung. Das einzige, was ich brauche, ist Erfolg. Ich möchte etwas schaffen, was uns keiner zutraut.“

(Misha Kaufmann)

„Mir geht es nicht darum, dass jemand vom System Kaufmann spricht. System Kaufmann – das interessiert mich einen Scheißdreck. Ich würde jedes andere System spielen, wenn es gewinnbringend ist.“(Misha Kaufmann)

„Ich wollte nie revolutionär sein“

„Ich wollten nie revolutionär sein, ich wollte einfach Erfolg haben.“

(Kaufmann)

„Haben Sie denn geglaubt, wir zerfetzen uns hier?“(Misha Kaufmann zum verbalen Doppelpass zwischen ihm und Kai Häfner auf dem Podium)

„Mein Vater hat mir die Geschichte erzählt von einem Tier, das im Wald lebt. Das stärkste Tier muss sich nie umdrehen, es muss nicht weglaufen, es muss sich nicht verstecken. Für mich ist das stärkste Tier in der Bundesliga Magdeburg oder Kiel. Wenn ich eben nicht das stärkste Tier bin, sondern das Kleinste, dann muss ich in vielen Sachen clever sein, schneller lernen, schneller begreifen, damit ich am Ende nicht auf der Strecke bleibe.“

(Kaufmann zu seinen Erfolgen mit Underdog ThSV Eisenach)

„Wenn mal einer ins Training kommt vom Jahrgang 2009 oder 2010, also 20 Jahre jünger ist als ich, dann kannst du gerne zu mir sagen, gehe in die Kabine, hole dir ein Bier, und schaue es dir ganz gemütlich an. Beim ersten Training wäre ich dir ganz dankbar. Beim zweiten werde ich den Jungen schon frisch machen. Aber den ersten Schock müsste ich erst verdauen.“(Kai Häfner zu Misha Kaufmann)

„Das Bier hole ich dir höchstpersönlich.“ (Misha Kaufmanns Antwort)

„Das ist keine Frage. Ich sehe uns als Favorit. Wir spielen zu Hause, wir haben einen hohen Anspruch. Ich sehe mich nicht am Beckenrand stehen, ich will ins tiefe Wasser.“ (Misha Kaufmann zum Derby gegen Frisch Auf)

„Ich versuche mich während des Spiels zu steuern und zu kontrollieren. Auf der Taperolle stehen gewisse taktische Dinge drauf. Auch ein Smiley, damit ich lache. Oder verschiedene Düfte. Sie geben mir Denkanstöße. Düfte haben extreme Verbindungen zu den Synapsen in unserem Gehirn.“

(Misha Kaufmann)

„Einfache Sachen haben mich nie inspiriert.“ (Misha Kaufmann auf die Zuschauerfrage, warum er nicht Fußballer wurde)

„Ich bin auch ein Mensch. Das hat auch Nachteile. Ich muss auch schlafen.“

„Bei Sieg gibt es drei Tage frei“

(Misha Kaufmann auf die Frage, ob er nach den Spielen zur Familie in die Schweiz fährt)

„Ich überfordere gerne. Wenn ich aber sehe, dass die kognitive Müdigkeit zu hoch ist, gebe ich auch Pausen. Bei einem Sieg gegen Frisch Auf gibt es drei Tage frei.“

(Misha Kaufmann)