Der Multi-Mobilist: Sebastian Vettel ist an den Grand-Prix-Wochenenden nicht ausschließlich im Formel-1-Auto unterwegs. Foto: dpa/Matthias Schrader

Neben Siegen und Niederlagen gibt es in der Welt des Sports auch reichlich absurdes, seltsames und lustiges. Daher kürt unsere Sportredaktion mit einem Augenzwinkern täglich die Sportsfreundin oder den Sportsfreund des Tages. Heute: Sebastian Vettel, der Generationen-Rennfahrer.

Stuttgart - Tja, Sebastian Vettel hat in seinem Beruf schon sonnigere Tage erlebt. Etwa, als er am 14. September 2008 in Monza überraschend den Großen Preis von Italien gewonnen hatte, im (eigentlich) unterlegenen Toro Rosso. Oder in den Jahren 2010 bis 2014, als dem Bub aus Heppenheim regelmäßig alle Arten von Flügeln verliehen wurden, mit denen er zu vier Weltmeister-Titeln fliegen konnte. Da war jener 14. November 2010, als der schelmische Hesse mit 23 Jahren, vier Monaten und elf Tagen in Abu Dhabi jüngster Formel-1-Champion geworden war. Oder der Tag, an dem der Vierfach-Champ bei der Scuderia Ferrari aus Maranello unterschrieben hatte, bei dem Team, von dem fast jeder Rennfahrer träumt, das aber für mehr als 99 Prozent aller Piloten unerreichbar bleibt.

Doch dieser Traum mutierte zum Alptraum, zur Nightmare on Enzo-Ferrari-Street. Nichts wurde daraus, es Michael Schumacher gleichzutun und eine Ära zu begründen. Im Herbst 2020 sind seine Tage in Rot gezählt, Grand-Prix-Siege sind mittlerweile so wahrscheinlich wie ein Formel-1-Comeback von Hans-Joachim Stuck (69). Für Sebastian Vettel besteht der Job längst mehr aus Frustrationen denn aus Feierlaunen. Immerhin: Ein Rekord ist ihm geblieben. Da Max Verstappen nach dem Rennen in Imola nun rechnerisch jede Chance auf den Titel verloren hat, bleibt Vettel der bislang jüngste F-1-Champion. Wenn er bis zur Saison 2033 in der Königsklasse durchhält, und er dann erneut Weltmeister wird, wäre er zudem der älteste Champ. Diesen Rekord hält Juan Manuel Fangio mit 46 Jahren, einem Monat und elf Tagen. Klingt doch reizvoll.

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