So zum Beispiel könnte eine solche Freilufthalle aussehen. Foto: Stadt Sindelfingen

Um dem Bedarf an Sportplätzen gerecht zu werden, plant die Stadt Sindelfingen Freilufthallen bei der VfL-Sportwelt. Sie sollen vor allem von Vereinen genutzt werden.

Zwar gibt es eine Vielzahl von Sportfeldern und Turnhallen in Sindelfingen, doch für das umfangreiche Trainingsangebot der Vereine reichen sie kaum aus. Sowohl die städtischen Hallen als auch die Rasen- und Kunstrasenfelder seien montags bis freitags in den Nachmittags- und Abendstunden nahezu voll belegt, erläutert die Stadtverwaltung Sindelfingen. „Regelmäßig müssen Anfragen für mehr Trainingszeiten von bestehenden oder von neuen Sportgruppen aufgrund fehlen der Kapazität abgelehnt werden“, heißt es in einer Vorlage für den Sindelfinger Gemeinderat.

Nun will die Stadt Sindelfingen Abhilfe schaffen und zwei Freiluftsporthallen auf dem Glaspalast-Areal bauen. Die offenen Gebäude sollen hinter der VfL-Sportwelt entstehen – im Bereich des Hartplatzes, der aktuellen Anforderungen aber nicht mehr genügt. Großer Vorteil dieses Hallentypus: Er taugt für das ganze Jahr. Im Sommer bietet die Halle Schatten, im Winter ist sie ideal beleuchtet und dank des Daches gut nutzbar.

Zwei E-Junioren-Felder geplant

Vorgesehen sind zwei Kunstrasen-Spielfelder mit einer Größe von 55 mal 35 Metern, was den Maßen eines Fußballfeldes für E-Junioren (unter elf Jahren) entspricht. Das Dach könnte auf einer Seite verlängert werden, um weitere Aufenthaltsmöglichkeiten oder Sportangebote wie Kinderturnen oder Fitnesskurse schaffen zu können.

Die unverbindliche Kostenschätzung liegt laut Stadtverwaltung bei etwa 650 000 Euro netto pro Freiluftsporthalle, also insgesamt rund 1,3 Millionen Euro. In den vergangenen Wochen waren mehrere Ausschüsse mit dem Thema beschäftigt, an diesem Dienstag entscheidet der Gemeinderat abschließend, ob das Projekt wie vorgesehen umgesetzt werden soll.

Lichtdurchlässiges Dach aus Textilmembran

Ein weiterer Vorteil dieser Lösung sei, dass sich die Hallen relativ schnell bauen lassen würden. „Das architektonische Konzept kombiniert ein Tragwerk aus Brettschichtholz oder eine Holz-Stahl-Struktur mit einem lichtdurchlässigen Dach aus Textilmembran“, heißt es in der Gemeinderatsvorlage. Die Verantwortlichen können sich zudem vorstellen, eine Fotovoltaikanlage an der Fassadenseite anzubringen. Der Platz am Glaspalast ist momentan der Favorit, doch wird auch ein Standort in Maichingen in Betracht gezogen und aktuell geprüft.

„Durch den Bau von zwei Freiluftsporthallen können die Hallenkapazitäten – insbesondere in den Wintermonaten – deutlich entlastet werden“, begründet die Stadtverwaltung die Pläne. „Vor allem die Fußballgruppen trainieren dann ganzjährig im Freien und belegen keine Schulsporthallen mehr. Dadurch entstehen freie Kapazitäten für klassische Hallensportarten.“ Neben dem vorrangigen Trainingsbetrieb sei aber auch denkbar, dass die Sindelfinger Bevölkerung ohne Vereinsorganisation dort Sport treibt. Das müsste dann mittels eines Buchungssystems koordiniert werden.

Wenn alle Planungen konkretisiert sind, könnten die Hallen im kommenden Winter gebaut werden und im Frühjahr 2026 bereits fertig sein, hofft die Stadtverwaltung.