Sobald er ein Mikrofon in der Hand hält, wird der ruhige junge Mann zum temperamentvollen Moderator. Foto: Stotz - Stotz

Als Jugendlicher ist Pascal Greco aus Aichwald selbst Motocrossrennen gefahren, am meisten fasziniert haben ihn die Streckensprecher. Sein Traum: Sportmoderator zu werden.

AichwaldEin Mikrofon, ein Stichwort, und der Wandel ist vollzogen: Es ist die Leidenschaft, die im sonoren Klang und den präzise formulierten Sätzen mitschwingt, die Pascal Greco, einen ruhigen, fast bescheiden wirkenden 20-Jährigen, in einen mitreißenden Sportkommentator verwandelt – ohne Umschweife. Seit seinem 16. Lebensjahr ist Greco, kaufmännischer Auszubildender aus Aichwald, als Streckensprecher bei Motocross-Veranstaltungen in Süddeutschland und der Schweiz tätig, er kommentiert Rennverläufe, interviewt Fahrer und moderiert die Abendveranstaltungen. Ein eher ungewöhnliches Wochenendvergnügen für einen jungen Mann, doch er sieht darin spannende Zukunftsaussichten.

Der Motorradsport wurde ihm zwar nicht direkt in die Wiege gelegt, doch als Aichwalder stand er schon als Kind mit seinen Eltern bei den dortigen Motocross-Rennen am Streckenrand. „Dabei habe ich die Sprecher mehr bewundert als die Fahrer. Sobald ich wieder zuhause war, habe ich mir irgendetwas als Mikrofonersatz geschnappt und die Sprecher imitiert. Ich muss meine Eltern ziemlich genervt haben mit meinem Geschrei“, erzählt er.

Bei Seitenwagen-WM überzeugt

Als Jugendlicher ist er selbst einige Jahre gefahren, doch „nach ein paar Stürzen fuhr immer auch die Angst mit. Außerdem stand dann die Schule im Vordergrund. Also habe ich wieder die Seiten gewechselt und angefangen, das Kommentieren zu üben“, erzählt Greco. Bei einem regionalen Radiosender erhielt er während eines Praktikums die Möglichkeit, in die Moderation zu schnuppern und an seiner Stimme zu feilen. Parallel nahm er Bewerbungsvideos mit Sprechproben auf und schickte sie an Ausrichter von Motorsport-Veranstaltungen. Ein Verein in Reutlingen buchte ihn für ein Rennen, seine Fähigkeiten sprachen sich schnell herum, Sprecherkollegen lobten ihn für sein Talent, bald folgten größeren Events. Seine erste große Bewährungsprobe erlebte Greco vor zwei Jahren. Mit gerade einmal 18 Jahren war er als Streckensprecher für ein Rennen der Seitenwagen-Weltmeisterschaft im Motocross in Rudersberg gebucht worden und die Erwartungen der Veranstalter an eine professionelle Kommentierung des Rennverlaufs waren hoch. „Ich hatte ein unglaublich mulmiges Gefühl. Das war ein Riesenevent mit ein paar tausend Zuschauern, dazu hatte ich mit den ganzen gestandenen Profis im Rennsport zu tun“, erzählt er.

Die wahre Herausforderung wartete jedoch am Abend. „Da musste ich die Fahrer-Party moderieren, allein auf der Bühne, vor 2000 Leuten, das Festzelt hat getobt. Da gehört wirklich Mut dazu, aber ich habe auch festgestellt, wenn ich ein Mikrofon habe, fällt mir eigentlich immer etwas ein, das ich erzählen kann. Ich habe viel Lob bekommen, weil ich emotional dabei bin. Die Zuschauer erleben, dass ich den Sport fühle. Aber ich denke, man muss durchaus auch eine Rampensau sein“, sagt Pascal Greco.

Sein Auftritt kann wohl als kleiner Durchbruch gewertet werden. Zumindest war er in der Szene aufmerksam registriert worden, denn im vergangenen Jahr erhielt er den Auftrag, als Streckensprecher den Internationalen Supercross-Wettbewerb in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle in Stuttgart zu kommentieren. „Das war noch mal eine ganz andere Nummer. Das Hallenlicht geht aus und die Spots schwenken auf dich ein, man steht da ganz allein und 15 000 Leute schauen dich an. Da muss man bestehen.“ Er hat nicht nur bestanden, sondern so überzeugt, dass er für dieses Jahr wieder als Sprecher beim Supercross in Stuttgart gebucht wurde. Dieses Mal war der Auftrag noch etwas größer, denn Pascal Greco sollte auch die Eröffnungszeremonie moderieren. Lampenfieber war inklusive.

Bei aller Freude über den bisherigen ­Erfolg will der junge Aichwalder allerdings nicht zu verfrühten Höhenflügen ansetzen. Zunächst konzentriert er sich darauf, seine Ausbildung zu beenden. „Egal was kommt, Kaufleute braucht man immer“, meint er. Doch seine Ziele hat er höher gesteckt: „Sportkommentator und Moderator für das Radio, vielleicht sogar für das Fernsehen, das ist ein großer Traum, und ich hoffe, dass ich da eine Chance bekomme.“

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: