Eine kleine Wanderung auf die Höhen in Richtung Schurwald und wieder zurück bietet Spaziergängern ein abwechslungsreiches Programm: Gewerbe und Industrie, aber auch Villen, Streuobstwiesen und grüne Wege.
Bei Oberesslingen denken viele vor allem an quirlige Urbanität. Doch der Stadtteil ist vielseitig, bietet auch dörfliche Kulissen und zeigt sich in den höheren Lagen von seiner grünen Seite. Nicht zuletzt ist Oberesslingen das Tor zum Schurwald.
Weltfirma Der Gang beginnt recht unspektakulär am Oberesslinger Bahnhof. Der trägt auch der Tatsache Rechnung, dass Oberesslingen der zweitgrößte Esslinger Stadtteil ist (nur die Innenstadt ist größer). Dort sind Gewerbe und Industrieproduktion vertreten. Und viele Pendler steigen hier aus und ein. Bei Index überqueren wir die viel befahrene Ulmer Straße und gehen auf die Firma zu, die Dreh- und Fräsmaschinen herstellt, der weltweit agiert und rund 2000 Personen beschäftigt.
Fachwerk Zwei schöne alte Gebäude stehen an der Kreuzung Plochinger Straße und Kreuzstraße, darunter das ehemalige Zollhaus sowie der ehemalige Gasthof zum Deutschen Haus, das Brastbergerhaus. Im weiteren Verlauf wird es schlagartig ruhiger, die Hindenburgstraße wird überquert, sie ist seit 2013 Fahrradstraße – und war einige Zeit sogar Deutschlands längste Radstraße.
Grüne Insel Der Weg quert den Diakonissengarten, früher Teil eines umfriedeten Bauernhofs, heute ein Bürgergarten. Kinder spielen, Frauen plaudern, Männer spielen Boule. Der Stadtteil hat hier viel dörfliches Flair, schmucke, liebevoll sanierte Häuser und den murmelnden Hainbach, der aber auch anders kann. Auf dem Dorfplatz, bietet sich eine erste kurze Rast an, denn in der Folge geht es bergan Richtung Oberhof. Zuvor führt die Route über die Schorndorfer Straße, vorbei am Hospiz, dem einzigen im Landkreis, über die Banater und die Breslauer Straße an die Schorndorfer Straße, die wieder überquert wird, um dann links in den Hohen Stich einzubiegen.
Bergprüfung 170 Höhenmeter sind zu überwinden. Das ist durchaus anstrengend, wird aber belohnt mit einem ruhigen Weg, vorbei an dicht bewachsenen, gepflegten Gärten mit Obstbäumen. Frühe rote Kirschen blitzen aus dem Grün. Im Stadtteil Oberhof stehen renovierte Bauernhäuser, aber auch einige zum Teil gut erhaltene Villen. Von dem ehemaligen namensgebenden Hof, im 13. Jahrhundert eine Burg, sind noch Mauerreste erhalten. Man findet sie, wenn man über den Parkplatz des Restaurants geht und nach rechts schaut.
Höhenweg Der Weg führt weiter bergauf. Unterwegs nach Kimmichsweiler fällt ein Hinweisschild zur Gartenanlage „Auszeit“ auf. Die lassen wir links liegen und gehen weiter bergauf Richtung der ersten Häuser. An dem Schild „Esslinger Höhenweg“ halten wir uns links und gehen parallel unterhalb der Römerstraße weiter. Der Blick geht ins Neckartal, zur Alb und auf die Fildern bis zum Fernsehturm. Auf dem breiten Wanderweg geht es sich gut; links liegen Galloway-Rinder im hohen Gras, danach schließt sich die weitläufige städtische Kirschplantage an. Gegenüber der Anlage bieten sich Bänke zur Rast und zum Genießen der Aussicht an.
Esslingen am Berg Auf dem Stöckenbergweg, der an Gartenstücken und an einem tiefeingeschnittenen Tal mit gluckerndem Bach vorbeiführt, geht es nach Liebersbronn in bebautes Gebiet hinein. Der höchste Punkt liegt hinter uns, der Rückweg bergab vor uns. Wir nehmen den Salzmannweg, der zur Kirche im Ort führt.
Dorfmuseum Wir queren die Hauptstraße und nehmen den Weg „Im Gehren“. Das ehemalige Schulhaus mit der Nummer 3/1 ist ein auffallendes Gebäude, da es sehr sorgfältig renoviert wurde. Ein Besuch lohnt sich: Der Förderverein „Wir vom Berg“ betreibt dort das Heimatmuseum, das eine Art Gedächtnis des Dorfs Liebersbronn darstellt. Der Trägerverein plant, das Museum zu einem Dorftreff zu machen.
Weinbau Der Rückweg gestaltet sich spektakulär über die enge und steile Pfauenbergsteige, eine alte Wegeverbindung vom Neckartal auf den Schurwald, die teilweise noch gepflastert ist. Vom Handelsweg berichtet auch die Grubbank, die am Weg steht. Auf der Route sieht man alte Weinbergmauern. Den Weinanbau betrieben die Bergbewohner bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.
Gezähmter Bach Am Fuß der Pfauenbergsteige stößt der Wanderer auf den Hainbach und folgt ihm entlang der Haldenstraße. Am Regenrückhaltebecken lässt sich erkennen, wie wichtig der Bau der Anlage war: Das jüngste Hochwasser hat seine Spuren an den Uferbereichen hinterlassen, ohne das Becken hätte es Überflutungen gegeben. Von dort aus geht es an der katholischen St. Albertuskirche vorbei und über die Kreuzstraße zurück zum Bahnhof.