Quelle: Unbekannt

Die Feuerwehrabteilung Wäldenbronn bekommt ein neues Feuerwehrgerätehaus in der Barbarossastraße. Bis Sommer 2021 soll das 2,15 Millionen Euro-Projekt fertig gestellt sein.

Esslingen Eine brenzlige Vorgeschichte führte zu einem Bauvorhaben, für das nun viele Feuer und Flamme sind. Daher konnte im Stadtteil Wäldenbronn an der Ecke Barbarossastraße und Krebenwiesenweg auf der Höhe des Bolzplatzes nun der Neubau eines Feuerwehrgerätehauses mit dem symbolischen ersten Spatenstich starten. Viele weitere Spatenstiche werden folgen: Etwa 1,5 Jahre Bauzeit sind angesetzt, bis Sommer 2021 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Oberbürgermeister Jürgen Zieger bezifferte in seinem Grußwort die Baukosten inklusive Raumprogramm mit etwa 2,15 Millionen Euro, wobei das Land einen Zuschuss in Höhe von 175 000 Euro gewährt. Dennoch werde der städtische Haushalt mit gut 1,97 Millionen Euro belastet – doch das sei eine Ausgabe „für die Sicherheit unserer Bürger“. Durch Neubau wird das bisherige Feuerwehrhaus der Abteilungswehr Wäldenbronn in der Alten Kelter in der Stettener Straße ersetzt, das den aktuellen Anforderungen nicht mehr entspricht.

Auch ein OB darf einmal etwas tun, was ihm Spaß macht. Darum setzte sich Jürgen Zieger gut gelaunt ans Steuer des Baggers, um die bereits bestehende Baugrube noch zu vergrößern. Doch zuvor hatte er die wichtigsten Eckdaten des Neubaus genannt: Die künftige „Feuerwache“, wie er das Gebäude betitelte, wird aus zwei Komplexen bestehen – einer eingeschossigen Halle mit drei Stellplätzen für die Einsatzfahrzeuge und einem Multifunktionsgebäude mit zwei Etagen und einem Flachdach. Im dessen erstem Stock werden ein Sozialtrakt, Umkleide-, Sanitär- und Technikräume untergebracht, im Obergeschoss werden sich ein Schulungsraum, eine Küche und das Büro des Kommandanten befinden. Insgesamt wird der Neubau eine Nutzfläche von ungefähr 487 Quadratmetern haben und bei Bedarf laut Bebauungsplan um zwei Fahrzeugstellplätze erweiterbar sein. Ein Funktionsgebäude, das sich aber dennoch optisch sehen lassen kann, wie Baubürgermeister Wilfried Wallbrecht erklärt: „Es braucht sich nicht zu verstecken.“ So werden dunkle Holzelemente für architektonisch ansprechende Facetten sorgen.

Der Neubau wird nach seiner Fertigstellung das bisherige Feuerwehrgerätehaus der Wehr Wäldenbronn an der Alten Kelter in der Stettener Straße ersetzen. Die Räumlichkeiten dort, so OB Zieger, seien doch sehr beengt. Feuerwehrleute müssen für ihre meist ehrenamtliche Aufgabe brennen – 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr, an Sonn- und Feiertagen oder in den Nachstunden. Voraussetzung für das Gewinnen von Personen, die zu einem solchen Einsatz bereit sind, wären auch eine attraktive Infrastruktur, gute räumliche und materielle Ausstattungen. Zudem ist der Einsatz keine Männerdomäne mehr – die Abteilungswehr Wäldenbronn besteht aus 37 Männern und acht Frauen. Daher müssen geschlechtsgetrennte Sanitärräume vorhanden sein. Der Schwarz-Weiß-Bereich, in dem die Zivilkleidung gegen die Uniform getauscht wird und umgekehrt, war am bisherigen Standort der Feuerwache nicht mehr optimal. Außerdem werden Unterstellmöglichkeiten für die Fahrzeuge und entsprechende Räumlichkeiten für die Floriansjünger benötigt, sich ständig verändernde Vorschriften erfordern ein höheres Maß an Flexibilität. Ein solches Raumprogramm wäre in der Alten Kelter selbst bei einer Renovierung und Ertüchtigung nicht realisierbar gewesen, so Jürgen Zieger. Daher der „nicht ganz einfache Entschluss“ für den Neubau.

Ein Neubau, durch den Anwohner keine Beeinträchtigungen erfahren sollen. Der Spielplatz an der Barbarossastraße bleibt nach Angaben des OB in seiner vollen Größe erhalten, der angrenzende Bolzplatz wird ebenfalls weiter nutzbar sein, allerdings wird sich die Fläche laut Wilfried Wallbrecht um ein Drittel durch die Bauarbeiten verkleinern. Etwas zehn öffentliche Parkplätze werden im Zufahrtsbereich zum Feuerwehrhaus wegfallen, dafür werden in einer Art „Tasche“ auf bestehendem Gelände neue Stellplätze entstehen. Was mit Gebäude und Räumlichkeiten in der Alten Kelter als bisherigem Standort des Feuerwehrhauses passiert, ist noch nicht geklärt. Laut Oberbürgermeister gebe es mehrere Interessenten für eine Nachnutzung, vor allem aus dem Bereich der Vereine. Und die Anwohner an der Barbarossastraße würden durch die Arbeiten und den Neubau „berührt und begünstigt“. Das Wort „betroffen“ vermeide er bewusst, so Jürgen Zieger.

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