Noch stehen die Bücher in der Esslinger Bücherei dicht an dicht – nach der Erweiterung soll endlich mehr Platz zur Verfügung stehen. Foto: Tom Weller/weller - Tom Weller/weller

Am 26. Juli beginnt ein Architektenwettbewerb, der Ideen für die Modernisierung und Erweiterung der Esslinger Stadtbücherei im Bebenhäuser Pfleghof bringen soll.

EsslingenDer Architektenwettbewerb zur Modernisierung und Erweiterung der Esslinger Stadtbücherei kann beginnen. In seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat das Raumprogramm der künftigen Bücherei einstimmig abgesegnet und das Wettbewerbsverfahren auf den Weg gebracht. Bis zum 13. Dezember haben Architekturbüros nun Gelegenheit, ihre Beiträge einzureichen. Das Preisgericht soll am 23. Januar 2020 tagen, der Baubeginn ist für April 2022 geplant.

Für die Teilnahme am Architektenwettbewerb müssen sich die Planungsbüros bewerben und ihre Eignung nachweisen. Verlangt werden Erfahrungen beim Bau von Kulturgebäuden, Projekten in entsprechender Größe und insbesondere im Umgang mit denkmalgeschützten Bauten. „Diese Vorauswahl von Architekturbüros sichert uns schon jetzt eine hohe Qualität der Entwürfe für eine neue Bücherei“, hofft OB Jürgen Zieger. Die Stadt rechnet mit 25 Teilnehmern – sechs Büros sind gesetzt. Die Architekten erhalten ein Paket mit programmatischen, städtebaulichen, baurechtlichen und denkmalschützerischen Vorgaben. Vorausgegangen war der Abstimmung über das Raumprogramm und der Ausschreibung des Architektenwettbewerbs eine umfassende Bürgerbeteiligung, die im Gemeinderat unisono gelobt wurde. Ein Expertengremium aus Vertretern des Bibliothekswesens sowie unterschiedlicher Nutzergruppen hatte das von Bücherei und Kulturverwaltung erstellte Raumprogramm begutachtet und durch eigene Anregungen ergänzt. Weitere Ideen brachte ein öffentlicher Workshop im Neckar Forum. Und so soll es auch weitergehen: Ebenfalls einstimmig hat der Gemeinderat beschlossen, in einer zweiten Phase der Bürgerbeteiligung einen Design-Thinking-Prozess zu starten, um die Wünsche der Bürger in die Planungen einzubeziehen.

Vertreter aller politischen Lager im Gemeinderat versicherten, das Beste für eine zukunftsfähige Bücherei zu wollen. Marco Bertazzoni (Grüne) erklärte, dass die Beteiligung der Bevölkerung am Planungsprozess sehr wichtig sei. Die 3600 Quadratmeter in der Bibliothek müssten reine Nutzfläche sein, Barrierefreiheit, die Anbindung an den ÖPNV und eine energetisch optimale Ausrichtung seien ein Gebot der Stunde. Und Christa Müller (SPD) betonte: „Die Bürgerinnen und Bürger haben entschieden. Sie wollen den Erhalt, die Modernisierung und die Erweiterung der Stadtbücherei am Standort Heu- und Webergasse. Dieses bindende Votum der Bürgerschaft hat der Gemeinderat im März einstimmig anerkannt.“red

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