Der Wald vor der Haustür ist mehr als nur ein Naherholungsgebiet. Er bietet vielfältige Möglichkeiten, die Natur mit anderen Augen zu sehen – auf Fototour in Altbach.
Wenn die Temperaturen steigen und sich Häuser, Straßen und Plätze aufheizen, wird der Wald zum Zufluchtsort. Im Landkreis Esslingen nimmt der Wald etwa 29 Prozent der Fläche ein: Albvorland, Schwäbische Alb, Schurwald, Filder und Schönbuch bieten vielfältige schattige Orte zur Erholung und zum Durchatmen. Ein Spaziergang oder eine Wanderung können mit spannenden Aktivitäten verbunden werden. Beispielsweise mit dem Fotografieren im Wald.
Da gibt es vielerlei Anregungen zu möglichen Perspektiven, Lichtstimmungen und Motiven, die man vielleicht zuvor noch nie bewusst wahrgenommen hat. Es funktioniert nicht nur mit der teuren Profikamera, sondern auch mit dem Smartphone.
Fotoideen im Altbacher Wald
Jeder Wald bietet eine Fülle an Fotoideen, so auch der Gemeindewald von Altbach hoch über dem Neckar. Am Schurwaldrand jagt ein Motiv das nächste. Abseits der breiten Forstwege, unterwegs auf kleinen Pfaden und Rückegassen hält die Natur vor der Haustür immer noch einige Überraschungen bereit. „Wir haben hier fast 80 Prozent Laubwald. Der Wald ist sehr artenreich, knapp 30 verschiedene Baumarten sind kartiert“, sagt der Revierförster Daniel Fritz. Beispielsweise sei an Bächen eine große Baumvielfalt zu entdecken: In Wassernähe gedeiht eine Erle, gut zu erkennen sind Hainbuche und Esche mit ihrer starken Rindenstruktur, außerdem spannen Rotbuche, Eiche und Ahorn ihr Blätterdach auf – Motivmöglichkeiten ohne Ende.
Im Wald gibt es ein freies Betretungsrecht für alle, das heißt, jeder darf den Wald zum Zwecke der Erholung betreten. „Gehen Sie aufmerksam durch den Wald“, empfiehlt Fritz’ Forstkollege Fabian Esther, der früher als Kameramann gearbeitet hat und daher Kamera- und Fotoexpertise mitbringt.
Auf der Fotojagd sind im Wald kleine Kunstwerke aus Ästen und Naturmaterialien zu entdecken, die fotografisch festgehalten werden können. Ideen gibt es in Hülle und Fülle: der Bach, der sich in die Erde hineingefräst hat, das in der Sonne glitzernde Wasser oder die nassen Steine. Man entdeckt liegende Baumstämme mit lebhafter Holzmaserung, helle und dunkle Kontraste des Laubs, neues Leben auf Totholz, einen Hochstumpf mit Pilzen, Wurzeln, ein sich aufrollendes Farnblatt, Eidechsen und Blüten.
Motive im Blätterdach und der Tierwelt
Weiter geht es auf Motivsuche im Blätterdach: So einfach gelingt der Perspektivwechsel. Schweift der Blick nach oben, ist die mit Weitwinkelobjektiv aufgenommene Baumkrone eine Idee. Eindrucksvoll wirkt auch die Unschärfe von Blättern im Wind, den Stamm scharf gestellt. Um unterschiedliche Stimmungen zu erzeugen, nutzt man das Wetter oder die Tageszeit. Mystisch wirkt ein Wald im Nebel, man kann mit Licht und Schatten spielen oder einmal frühmorgens oder bei Sonnenuntergang fotografieren.
Es helfe, sich einfach zu fragen: „Was verbindet man mit dem Wald?“, regt Esther an. Um Tiere zu fotografieren, sind Zeit und Geduld gefragt. „Und man muss leise sein“, sagt Fabian Esther. Zudem sollte man bei der Wahl der Kleidung darauf achten, dass die Tiere einen nicht sofort bemerken und flüchten. Viele Tiere können Blau gut und Rot schlechter sehen, Tarnfarben sind perfekt.