Zum 35. Mal fand dieses Jahr das Sommerferienprogramm in Köngen statt. An diesem Freitag ist das Abschlussfest mit einer Theateraufführung.
Obwohl die Sommerferien längst begonnen hatten, tummelte sich in den vergangenen Tagen eine Vielzahl von Kindern in und um die Köngener Burgschule. Auf den Rasenflächen neben der Schule stehen Bauwerke aus Holz, im Schulhof befindet sich eine Kreativwerkstatt. Der Höhepunkt dieses Jahr war eine 50 Meter lange Wasserrutsche, berichtet Matthias Dold, der Standort- und Einrichtungsleiter des Köngener Jugendhauses Trafo. An diesem Freitag endet das Sommerferienprogramm.
Das Motto stammt von Vanessa Gerhardt
Zum 35. Mal gab es das Angebot dieses Jahr, es ist in weiten Teilen des Landkreises bekannt. Das Motto „Meer, Wasser, Welten“ hatte dieses Jahr Vanessa Gerhardt erfunden. Es sei beim Abenteuerspielplatz ein inoffizieller Brauch, dass diejenigen, die ihr 20-jähriges Jubiläum feiern, sich das Motto überlegen dürften, sagt Dold. Gerhardt war bereits als Kind selbst beim Abenteuerspielplatz, fing danach im Teenageralter als Betreuerin an. „Es gehört einfach zu mir“, sagt sie. Passend zum Thema waren auf den Grünflächen um die Burgschule eine Bohrinsel, ein Leuchtturm und eine Welle – natürlich mit dazugehörigem Surfbrett – aus Holz aufgebaut. Alles wurde in Handarbeit von Kindern und Betreuern errichtet. Dazwischen entstanden weitere Bauwerke wie Boote und Strandbars, die die Kinder nach eigenen Vorstellungen gestalteten.
In der Kreativwerkstatt wurde gebatikt und gebastelt. Auch ein Theaterprojekt gab es wieder. „Mit den Kindern zusammen wurde ein Lied ausgesucht, danach das Stück geschrieben und geprobt“, berichtet Dold. Beim Abschlussfest an diesem Freitag wird das Theaterstück nun aufgeführt. Auch ein großes Abschlussfeuer soll es laut Dold geben. In den vergangenen Jahren sei diese Tradition oft aufgrund der Hitze und Trockenheit unmöglich gewesen. Doch dieses Jahr sollen wie schon in der Vergangenheit die errichteten Holzbauten abgerissen und verbrannt werden. „Es ist schließlich temporäre Kunst“, so Dold. „Das Feuer bietet für alle einen gemeinsamen Abschluss.“
Mit 14 Jahren können Jugendliche als „Halbleiter“ einsteigen
Mit alle sind nicht nur die 277 Kinder gemeint, die über die zwei Wochen am Abenteuerspielplatz teilgenommen haben, sondern auch die etwa 85 Helfer und Mitarbeiter. Etwa 50 Helfer stehen auf dem Platz, einige kümmern sich hinter den Kulissen um die Organisation des Ferienprogramms. Auch die DRK-Abteilung Köngen unterstützt das Projekt. „Ohne die geht es nicht bei der Menge an Personen“, sagt Dold.
In den 35 Jahren hat sich beim Abenteuerspielplatz einiges verändert. Grund dafür seien auch die Generationenwechsel bei den Betreuern, sagt Dold. Die meisten sind selbst von klein auf mit dabei. Das Programm wird für Kinder von sechs bis zwölf Jahren angeboten. Mit 14 Jahren können Jugendliche als sogenannte Halbleiter für eine Woche bei der Organisation mithelfen, ab 16 Jahren können sie voll einsteigen.
Nachwuchsprobleme sind kein Thema
Neben der Betreuung der teilnehmenden Kinder sei das Heranführen der Jugendlichen an die Betreueraufgabe ein zweiter wichtiger Aspekt des Abenteuerspielplatzes. „Wir wollen Jugendliche befähigen und ihnen Fähigkeiten vermitteln“, erklärt Dold. Dadurch sind laut ihm auch Nachwuchsprobleme kaum ein Thema. „Die 50 Leute für das Programm generieren sich meist von selbst“, sagt Dold. Insgesamt sieht er den Abenteuerspielplatz daher auf einem guten Weg. „Ich hoffe, dass das Ferienprogramm so weiterläuft und sich immer etwas neu erfindet.“