Das Winterdorf auf dem „Problemplatz“ Ludwigsburgs ist bislang eine Erfolgsgeschichte. Betreiber Frederik Felkner kann sich eine Wiederholung vorstellen – die Stadt überlegt noch.
Das Winterdorf auf dem Ludwigsburger Solitudeplatz geht in die Verlängerung: Wie Betreiber Frederik Felkner mitteilte, sind seine Hütte sowie die beheizten Iglus noch bis Ende Februar geöffnet. Sowohl er als auch die Stadt Ludwigsburg, die das Ganze ins Leben gerufen hat, sind bislang zufrieden. Doch ob das Winterdorf eine einmalige Angelegenheit bleibt oder es eine Neuauflage geben wird, ist derzeit noch unklar.
„Die Resonanz ist fast durchgehend positiv“, sagt Felkner. Viele Gäste würden öfter als einmal kommen. Trotzdem gebe es immer noch Defizite bei der Bekanntheit des Angebots. „Es kommen immer wieder Leute vorbei und sind total überrascht, dass es das gibt.“ Dabei ist das Winterdorf bereits seit 25. November täglich ab 14 Uhr geöffnet.
Winterdorf soll mehr soziale Kontrolle ermöglichen
Entstanden war das Winterdorf als Reaktion auf die Sicherheitsdebatte rund um den oft als „Problemplatz“ verschrienen Solitudeplatz. Durch mehr soziale Kontrolle soll der Platz zwischen Bahnhof und Schulviertel von den Drogen- und Kriminalitätsproblemen befreit werden – auch durch die Gäste des Winterdorfs. Hot Aperol statt Kokain sozusagen.
Die Stadt Ludwigsburg zieht ein ähnliches Fazit wie Felkner: „Bisher sind wir mit dem Winterdorf auf dem Solitudeplatz sehr zufrieden. Auch von unseren Partnern und den Anliegern gab es bislang keine negativen Rückmeldungen“, erklärt Tanja Renner vom Referat Stadtentwicklung, Klima und Steuerungsunterstützung. Auch deswegen wurde das Angebot, das ursprünglich nur bis 6. Januar angesetzt war, bis Ende Februar verlängert.
Wunsch nach größerem Angebot
Ob es nach der gelungenen Premiere im kommenden Winter eine Neuauflage des Winterdorfs geben wird? Frederik Felkner wäre jedenfalls nicht abgeneigt: „Ich würde es wieder machen, aber ich weiß nicht, was die Stadt Ludwigsburg mit dem Solitudeplatz vorhat.“
Die Verwaltung hat selbst noch keine Entscheidung gefällt. Im März nach Abschluss des Projekts werde es eine Evaluation und gemeinsame Gespräche, auch mit Felkner, geben. „Erst auf dieser Grundlage werden wir entscheiden, ob und in welcher Form das Projekt künftig fortgeführt werden kann“, erklärt Renner.
Das umfasst auch die Frage nach der Größe des Projekts. In diesem Jahr war das gastronomische Angebot auf Felkners Hütte beschränkt, in der er heiße Cocktails und Poffertjes, niederländische Mini-Pfannkuchen, anbot. Zu wenig, wenn es nach dem Geschmack der Gäste geht.
„Viele wünschen sich, dass das Winterdorf nächstes Jahr wiederkommt. Viele wünschen sich aber auch, dass es ein größeres Angebot gibt. Das ist das Feedback, das ich bekommen habe“, sagt Felkner. „Es wäre schön, wenn es vier, fünf Stände mit verschiedenen Essens- und Getränkeangeboten gäbe. Das würde auch den Platz noch mehr beleben.“