Foto: DPA - Patrick Seeger/Symbol

Bei einem Unfall im Esslinger Stadtteil Zollberg sind am Dienstagmorgen sieben Schülerinnen und Schüler teilweise schwer verletzt worden. Ein 18-jähriger Autofahrer war mit vereisten Scheiben über eine rote Ampel gefahren.

Esslingen (pol)Auf dem Weg zur Zolllberg-Realschule ist am Dienstagmorgen gegen 7.20 Uhr eine Gruppe von Schülern auf der Zollbergstraße von einem Auto angefahren worden. Laut Polizeibericht wurde dabei eine Schülerin schwer verletzt, die anderen sechs Schülerinnen und Schüler kamen mit leichten Verletzungen davon. Ein 18-jähriger Autofahrer war auf dem Weg in Richtung Nellingen und ist bei Rot von der Mutzenreisstraße nach rechts auf die Zollbergstraße eingebogen. Dort hat er die Fußgänger nicht gesehen, weil seine Scheiben zugefroren waren. Beim Abbiegen ist er durch eine Schülergruppe gefahren, die bei grüner Ampelschaltung über den Fußgängerüberweg in Richtung Zollberg-Realschule lief.

Drei Schüler im Alter von elf Jahren, ein 13-Jähriger sowie eine 15-Jährige haben beim Aufprall mit dem Auto leichte Verletzungen erlitten. Eine 12-jährige Schülerin zog sich schwere Verletzungen zu und musste in einer Klinik stationär aufgenommen werden. Zwei Schüler mussten dem Auto ausweichen, dabei hat sich ein Elfjähriger leichte Verletzungen zugezogen. Der Rettungsdienst war mit einem Notarzt und drei Rettungswagen vor Ort, die Polizei mit drei Streifenwagen im Einsatz. Die betroffenen, teils unter Schock stehenden Schüler seien teilweise direkt nach dem Unfall zunächst noch in den Unterricht gegangen, berichtet ein Vater.

Die Schulleiterin der Zollbergrealschule, Brigitte Krömer-Schmeisser, war direkt vor Ort. „Die Schüler haben alles richtig gemacht, das haben wir ihnen dann auch noch einmal deutlich gesagt“, erzählt sie. „Sie sind ordnungsgemäß über eine grüne Ampel gelaufen.“ In einer Lehrerkonferenz habe man den Unfall aufgearbeitet und die Lehrer haben ihn mit den Kindern in ihren Klassen besprochen. „Wir haben das mit den Schülern noch thematisiert, dass man trotz einer grünen Ampel vorsichtig über die Straße laufen und beispielsweise auch helle Kleidung tragen soll“, erzählt die Rektorin. Sie habe auch den schulpsychologischen Dienst und das staatliche Schulamt kontaktiert, falls die Schüler und ihre Eltern weitere Unterstützung bräuchten. Sie habe auch mit allen Eltern und der Polizei gesprochen. „Ich denke nicht, dass es an dieser Stelle des Schulweges für die Schüler zu unsicher ist“, sagt Krömer-Schmeisser.

An der Stelle, an der die Fußgängerampel steht, hat es bis 2014 noch einen Steg gegeben. Über diesen konnten Fußgänger die Straße gefahrlos überqueren. Aber er wurde von vielen nicht angenommen: So ist 2007 eine 57-jährige Fußgängerin beim Überqueren der Fahrbahn von einem Bus erfasst worden und ihren Verletzungen erlegen. Peter Zürn, Bürgerausschussvorsitzender des Zollbergs, hat eine klare Meinung zur Sicherheit an dieser Fußgängerüberquerung: „Eine Ampel ist meiner Meinung nach viel sicherer.“ Der Steg sei bis zum Abriss kaum genutzt worden und die Ampelalternative gab es vor 2014 nicht.

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