Immer mehr Menschen jeden Alters nutzen E-Bikes und Pedelecs als Alternative zum klassischen Fahrrad. Die modernen Bikes mit elektrischem Antrieb bringen zwar allerhand Vorteile mit sich, sind durch ihre hohe Geschwindigkeit aber nicht ungefährlich. Der richtige Umgang will daher geübt sein. Quelle: Pixabay/sipa Quelle: Unbekannt

E-Bikes und Pedelecs liegen voll im Trend, können aber vor allem für Senioren schnell gefährlich werden. Wie also lassen sich durch das richtige Verhalten im Straßenverkehr Unfälle mit elektrisch betriebenen Fahrrädern verhindern?

Rund 2,3 Millionen deutsche Haushalte besitzen bereits ein E-Bike. Das entspricht etwa 6,1 Prozent – und ist noch lange nicht das Ende, sagen Experten voraus. Stattdessen ist die Nachfrage nach den elektrisch betriebenen Fahrrädern ungebrochen hoch. Demnach sei der Verkauf allein im Jahr 2017 um 19 Prozent gestiegen, vor allem nach den Pedelecs mit einer Maximalgeschwindigkeit von 25 km/h. Die Gründe für den Boom liegen auf der Hand: Die technologische Entwicklung im Bereich der E-Bikes und Pedelecs ist in den vergangenen Jahren rasant vorangeschritten. Sie sind effizienter, leichter und schlichtweg praktischer geworden. Dadurch können die Verbraucher optimal von den Vorteilen profitieren, welche sie gegenüber herkömmlichen Fahrrädern mit sich bringen.

Vorteile: Was macht die E-Bikes so beliebt?

Der Hauptgrund für die Anschaffung eines E-Bikes ist wohl die Möglichkeit, deutlich größere Strecken in deutlich weniger Zeit sowie mit deutlich weniger Anstrengung zurückzulegen. Gerade ältere Menschen, die körperlich vielleicht nicht mehr ganz so fit sind, finden dadurch die Möglichkeit, trotzdem noch mit dem Fahrrad unterwegs sein zu können. Doch auch immer mehr jüngere Generationen setzen vermehrt auf das E-Bike. Die einen nutzen es vor allem für den Weg zur Arbeit, um dort nicht mehr verschwitzt ankommen zu müssen, dennoch aber umweltfreundlich sowie flexibel unterwegs zu sein – sprich unabhängig von den Zeiten öffentlicher Verkehrsmittel. Andere transportieren damit gerne ihre schweren Einkäufe den Berg hoch. Und wieder andere unternehmen mit dem E-Mountainbike oder E-Trekkingrad am liebsten ausgiebige Wandertouren in den Bergen und können somit mehr von der Umgebung entdecken, bevor sie irgendwann schlapp machen. Dies macht deutlich, wie vielfältig die Einsatzmöglichkeiten sowie Vorteile der E-Bikes sind – und weshalb sie sich mittlerweile in allen Altersgruppen so großer Beliebtheit erfreuen. Wie bereits erwähnt, spielt auch die Umweltfreundlichkeit bei der Kaufentscheidung oft eine tragende Rolle.

Wer mit dem E-Bike fährt, macht keinen Sport – oder?!

Zudem bedeutet das Fahrradfahren schließlich auch körperliche Betätigung und damit ein großes Plus für die Gesundheit. Allerdings befürchten viele Menschen, dass genau dieser positive Aspekt bei einem E-Bike verloren geht. Dies ist jedoch ein Irrtum. Einerseits ist das E-Bike-Fahren allein schon dadurch gesund, dass die betreffende Person Zeit an der frischen Luft verbringt. Andererseits werden hier durchaus Kalorien verbrannt, obwohl das Fahrradfahren auf den Pedelecs & Co scheinbar mühelos ist. Der positive Effekt auf den Körper im Sinne von Fettverbrennung, Bewegung und mehr Fitness bleibt also erhalten – zwar in geringerem Maße, dafür aber mit mehr Spaß und somit auch Motivation. Viele Menschen, die sich ansonsten nur schwer zum Sport überwinden können, finden also im E-Bike ihr optimales Workout. Zudem sind die Bikes natürlich, wie herkömmliche Fahrräder auch, besonders gelenkschonend und ein effektives Ganzkörpertraining für Herz, Kreislauf, Muskeln und Gelenke. Dennoch kann das E-Bike zur Gefahr für die Gesundheit werden. Wieso?

Vor allem Senioren unterschätzen das E-Bike oft

Ganz einfach: Viele Menschen unterschätzen die Geschwindigkeit oder das Gewicht des E-Bikes und bauen durch entsprechendes Fehlverhalten Unfälle. Diese können natürlich mit Verletzungen oder schlimmstenfalls sogar tödlich enden. Die Statistik zeigt, dass davon vor allem E-Bike-Fahrer und Senioren betroffen sind – häufig in Kombination. Hierfür werden mehrere Ursachen vermutet: Einerseits ermöglichen die E-Bikes vielen Senioren wieder das Fahrradfahren, welche dieses zuvor aufgrund ihrer körperlichen Konstitution aufgegeben hatten. Es sind also schlichtweg wieder mehr Senioren mit dem Fahrrad beziehungsweise E-Bike im Straßenverkehr unterwegs. Andererseits lässt mit zunehmendem Lebensalter oft der Gleichgewichtssinn, das Reaktions- sowie Hör- und Sehvermögen nach. Gerade bei höheren Geschwindigkeiten mit dem E-Bike, kann das eine gefährliche Kombination ergeben. Das bedeutet aber keinesfalls, dass E-Bikes, Pedelecs & Co gefährlicher seien als herkömmliche Fahrräder. Stattdessen sollten Senioren vorab mit ihrem Arzt besprechen, ob sie zu deren Nutzung in der Lage sind und welches Modell sich für sie am besten eignet – ein Pedelec mit bis zu 25 km/h oder ein E-Bike mit bis zu 45 km/h. Dann können online in entsprechenden Shops Informationen gesucht und Modelle verglichen werden. Da es sich hierbei um eine Investition handelt, sollte genau geprüft werden was passt. Zuem gibt es einige wichtige Verhaltensregeln für das sichere Fahren mit dem elektrisch unterstützen Fahrrad im Straßenverkehr. Welche sind das?

Tipps: Sicher unterwegs mit dem E-Bike

Um also mit dem Pedelec oder E-Bike sicher auf den Straßen unterwegs zu sein, müssen einige wichtige Grundregeln beachtet werden. Diese sehen wie folgt aus:

  • Alle Fahrer sollten, unabhängig von ihrem Alter sowie der jeweiligen Geschwindigkeit, stets einen Helm tragen. Ab einer Geschwindigkeit über 25 Stundenkilometern gilt zudem eine gesetzliche Helmpflicht.
  • Vorausschauend fahren, denn viele Verkehrsteilnehmer unterschätzen die Geschwindigkeit der E-Bikes und Pedelecs. Es ist also wichtig, mitzudenken und notfalls einmal zu häufig zu bremsen als einmal zu wenig.
  • Probefahrten zu Beginn sind wichtig, um das Gleichgewicht zu trainieren und die Eigenschaften des E-Bikes kennenzulernen, beispielsweise beim Bremsen.
  • Ablenkungen sind unbedingt zu vermeiden, sodass der Fahrer stets konzentriert und mit den Augen auf der Straße ist. Eine häufige Ablenkung ist beispielsweise das Smartphone. Dieses sollte deshalb sicher verstaut und niemals während der Fahrt benutzt werden!
  • Natürlich können auch technische Mängel einen Unfall hervorrufen. Es ist daher wichtig, das Fahrzeug regelmäßig warten zu lassen und es selbst vor jeder Fahrt kurz auf die Funktionstüchtigkeit von Bremsen, Motor & Co zu untersuchen.
  • Möglich ist zudem das Absolvieren eines speziellen Fahrsicherheitstrainings für E-Bikes, wie es mittlerweile in vielen Orten angeboten wird. Dieses kann den Fahrern die Unsicherheit nehmen und ihnen helfen, in brenzligen Situationen richtig zu reagieren.

Wer diese Tipps berücksichtigt und körperlich nicht eingeschränkt ist, fährt auch mit dem E-Bike sicher im Straßenverkehr und kann von den Vorteilen der elektrisch angetriebenen Fahrräder optimal profitieren.

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