Wohin führt der Weg der Spieler der SG Steinheim/Erdmannhausen? Diese Frage stellt sich nicht nur bei Kapitän Julian Kübler. Foto: avanti

Der TSG Steinheim und der GSV Erdmannhausen trennen sich im Sommer wieder. Vertraglich geregelt ist, wer von ihnen A-klassig bleiben darf – und wer absteigen muss.

Mit den ersten Nachholspielen beginnt diesen Sonntag die Rückserie der Fußball-Kreisliga A1 Enz-Murr. Dabei steht gleich das Derby zwischen der SG Steinheim-Erdmannhausen und dem TSV Affalterbach im Blickpunkt.

Während der TSV an seine gute Form aus dem Spätherbst anknüpfen möchte, steht die SG nach der Hälfte ihrer vierten gemeinsamen Spielzeit vor einem Scherbenhaufen: „Beide Vereine trennen sich im Sommer wieder und treten dann einzeln an. Daher ist momentan alles recht chaotisch“, sagt Trainer Roberto Raimondo – und ihm ist der Frust deutlich anzumerken. Der Sportliche Leiter Sascha Held, der für beide Clubs lange selbst gespielt hatte und das Zusammengehen damals maßgeblich einfädelte, bestätigt: „Die Strukturen gehen wieder auseinander. Beide Clubs fanden keine Einigung in der strategischen Ausrichtung.“

Vertraglich geklärt ist dabei schon, dass das Spielrecht in der Kreisliga A – vorausgesetzt man steigt nicht noch ab, was aber äußerst unwahrscheinlich ist – an den GSV Erdmannhausen fallen wird. Der TSG Steinheim tritt dagegen in der Saison 2024/25 wieder in der Kreisliga B an. Die hinter den Kulissen seit dem letzten Sommer köchelnde Entwicklung überschattete nun wenig überraschend auch die Wintervorbereitung der SG. Von „vielen Ausfällen und keiner guten Trainingsbeteiligung“, berichtet Raimondo, versichert aber: „In der Mannschaft gibt es wegen der anstehenden Trennung keine Spannungen.“

Allerdings habe längst ein Gezerre zwischen den beiden Vereinen um einzelne Spieler eingesetzt. Ob sich angesichts all dessen in der Rückrunde eine halbwegs gedeihliche Arbeitsatmosphäre entwickeln lässt, bleibt wohl abzuwarten. Dabei hat die SG eigentlich eine ganz passable Hinserie gespielt: Acht Siegen stehen vier Niederlagen gegenüber und als Sechster ist man in der erweiterten Spitzengruppe positioniert. Wäre in dieser Saison nicht die Relegation ausgesetzt, gäbe es durchaus noch Chancen, zumindest ins Rennen um die Aufstiegsrelegation einzugreifen. „Eigentlich wollte ich hier ja etwas ähnliches wie in Pleidelsheim aufbauen“, hadert Raimondo, der zuvor beim GSV jenes Team mitgeformt hatte - nun aber vor einer in Sachen Mannschafts-Entwicklung wertlosen Rückrunde steht.

Ganz anders ist die Stimmungslage in Affalterbach: „Im Verein passiert gerade einiges“, erzählt TSV-Trainer Dennis Grab viel von der Jugendförderung und einer neu gewonnenen Physiotherapeutin. „Wir wollen als Verein unbedingt autark bleiben und es vermeiden, einmal eine Spielgemeinschaft eingehen zu müssen“, sagt er wohl auch mit Blick auf die Vorgänge beim Gegner.

Sportlich geht es für seine Elf, zu der im Winter Mittelfeldspieler Ronan Seitz (SV Steinbach) hinzukam, darum, an die guten Leistungen vor der Winterpause anzuknüpfen. „Die Vorbereitung war zwar gefühlt recht kurz, aber Beteiligung und Bereitschaft haben gestimmt“, sagt Grab, dessen Team als Siebter mit 21 Punkten überwinterte und wohl weder mit dem Auf- noch mit dem Abstieg etwas zu tun haben dürfte.