Philipps ist eine von vielleicht ein paar Dutzend Sexualbegleiterinnen in Deutschland. Ihr kognitiv leicht eingeschränkter Klient Siggi freut sich über die Zärtlichkeit. Foto: Andreas Reiner

Wir leben in einer Welt, in der nackte Haut, perfekte Körper und Sex ständig präsent sind. Sexualität von Menschen mit Behinderung wird dabei ausgeblendet. Jessica Philipps ermöglicht sie gegen Geld.

Ein Dienstagabend, draußen scheint die Sonne, T-Shirt-Wetter. Jessica Philipps öffnet die Tür in einem Wohnhaus in Leinfelden, weiße Wände, spitzes Dach, nichts unterscheidet es groß von den anderen Gebäuden in der Straße. Sie begrüßt Siggi, einen ihrer Klienten, der hier nur mit seinem Vornamen genannt werden soll. Er wurde vom Fahrdienst gebracht. Siggi zieht die Schuhe aus, steigt über die Treppe nach unten und taucht ein in das orange Licht, das die Vorhänge in Philipps’ Massageraum werfen. Hier wird Siggi an diesem Abend etwas Intimität erfahren. 95 Euro kostet ihn die Stunde – das ist viel Geld für jemanden, der in seiner Werkstätte für nicht einmal zwei Euro Stundenlohn Tiere versorgt.

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