Luca Wörnle fühlt sich wohl in seinem Truck – und in seinem Beruf. Foto: Horst Rudel Foto:  

Bei der Wernauer Spedition Diem hat er die Ausbildung zum Berufskraftfahrer absolviert. Jetzt geht Luca Wörnle bei der gleichen Firma seiner Berufung nach.

Wernau - Wenn er am Freitagabend auf den Hof der Wernauer Spedition Diem einbiegt, dann ist der Feierabend zum Greifen nah. Die ganze Woche über war Luca Wörnle – im wahrsten Sinne des Wortes – auf Achse. Mit seinem Sattelzug, einem Scania S 500, befördert er hauptsächlich Industriegüter kreuz und quer durch Deutschland. Sonntagnacht oder Montagfrüh geht’s für ihn in der Regel los. Eine Tour reiht sich dann an die nächste. „Alles, was reinpasst, wird mitgenommen“, flachst der 21-Jährige, der in der Göppinger Kreiskommune Schlierbach zuhause ist – und der sich in seinem Metier sichtlich wohl fühlt.

Seine Faszination „für alles was fährt“, komme von Kindheit an. Jetzt bewegt er einen 40 Tonner, der 500 PS unter der Haube hat und mit allen Schikanen ausgerüstet ist. „Eigentlich wollte ich direkt nach meinem Realschulabschluss in Ebersbach eine Ausbildung zum Berufskraftfahrer machen, aber das ging nicht, weil ich noch zu jung war“, erklärt Wörnle. Er habe dann etwas anderes angefangen, was aber nicht so sein Fall und damit auch rasch zu Ende gewesen sei. „Dann hat’s vom Alter her gepasst und ich hab hier angefangen“, zeigt er sich zufrieden.

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Drei Jahre früher als andere zum CE-Führerschein

Zufrieden ist auch sein Chef. „Luca lebt diesen Beruf und das merkt man“, lobt Thorsten Diem, der die Geschäfte der Firma führt. Diese verfügt über etwa 60 Zugmaschinen, rund 100 Auflieger und 90 Beschäftigte an mehreren Standorten in der Bundesrepublik. Hauptsitz ist allerdings Wernau. „Dieser Job, das ist überhaupt keine Frage, fordert Entbehrungen im Privat- wie im Freizeitbereich, aber wer wirklich Spaß daran hat, der nimmt das in Kauf.“ Dass dieser Verzicht nicht jedermanns Sache ist, daraus macht Vincent Röhrich, Personal- und Ausbildungsleiter der Spedition Diem, keinen Hehl. „Wir bilden Berufskraftfahrer und Speditionskaufleute aus, wobei es erstaunlicherweise hier wie dort schwierig ist, gute Leute zu finden.“ Gerade bei den Berufskraftfahrern sei man um jeden froh, der’s durchzieht, ergänzt Thorsten Diem.

Das Problem sei oft, wie eben auch bei Luca Wörnle, dass die Lehre für die normalen Schulabsolventen zu früh komme. „Zwar können angehende Berufskraftfahrer den notwendigen CE-Führerschein schon mit 18 und nicht erst mit 21 Jahren machen“, betont er. Doch viele seien eben noch jünger, wenn sie ihren Abschluss in der Tasche hätten, fügt Diem hinzu. Umso mehr müsse man als Spedition um den Nachwuchs werben, betont Vincent Röhrich. „Das machen wir über die Arbeitsagentur, die IHK, über Ausbildungsbörsen, auf Social Media oder auch indem wir Praktika anbieten“, fährt er fort.

Luca Wörnle: Ich würde es jederzeit wieder genauso machen

Bei Luca Wörnle hat es auch so funktioniert. Weil er, wie sein Chef sagt, eine „Topleistung“ abgeliefert habe, erhielt er eine Verkürzung der eigentlich dreijährigen Lehrzeit um sechs Monate. „Und weil er’s einfach kann, wie nicht zuletzt der jetzige, für ihn erste echte Winter gezeigt hat, gab’s zur Belohnung auch ein Top-Auto“, sagt Diem. Der 21-Jährige genießt das Kompliment sichtlich – und gibt es zurück. „Mir fehlt’s an nichts. Ich hab hier alle Möglichkeiten.“ Und die ganzen Entbehrungen? – „Die Woche über halte ich mit meinen Freunden abends Kontakt über Telefon oder Video und am Wochenende findet dann die Freizeit statt.“ Das passe perfekt. „Ich würde es jedenfalls und jederzeit wieder genauso machen“, erklärt Luca Wörnle nach kurzem Überlegen.

Die Ausbildungsmesse „Karriere 2021“ läuft vom 11. bis zum 14. März. Es ist die erste rein virtuelle Ausbildungsmesse, die sich vor allem an Schülerinnen und Schüler der Hauptschulen, Realschulen, Gymnasien und beruflichen Schulen sowie an Eltern und Lehrkräfte richtet. Es gibt auch einen Live-Chat, um Personalverantwortliche und Auszubildende direkt kontaktieren zu können. Eine Vorab-Registrierung ist noch möglich. Weitere Informationen auch zur Registrierung unter www.karrieremesse-esslingen.de.

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