Die Temperaturen steigen im Jahresdurchschnitt – vielen Pflanzen, die bislang hier heimisch sind, macht das zu schaffen. Ein neues Buch zeigt, wie man den eigenen Garten mit robusten Schönheiten für die Zukunft rüstet kann.
Esslingen - Milde Winter, Temperaturen von mehr als 30 Grad schon im Mai, heiße Sommer und Unwetter mit Platzregen – Gartenbesitzer merken überdeutlich, dass sich das Klima verändert. Sie müssen stärker bewässern, neuartige Schädlinge bekämpfen und anders planen, wenn sie auch künftig blühende Gärten bewirtschaften möchten. Die Autorin Ina Timm hat sich mit den Folgen des Klimawandels für den häuslichen Garten befasst. In ihrem Buch „Robuste Schönheiten für den Garten. Wie Sie Ihren Garten für das Klima wandeln“ (blv-Verlag, 19.99 Euro) vertritt die erfahrene Garten- und Landschaftsarchitektin denn auch die klare Überzeugung: „Grünes Glück in Zeiten des Klimawandels ist machbar. Es gibt Auswege aus dem Dilemma.“
ANZEIGE
Ina Timm hat aus den Anpassungsstrategien der Natur klare Folgerungen für Gartengestaltung und Pflanzenpflege in Zeiten des Klimawandels abgeleitet. So empfiehlt sie etwa robuste Bäume wie Felsenbirne und Esskastanie oder Sträucher wie die Tamariske, die nach allen bisherigen Erfahrungen gut mit dem Klimawandel zurechtkommen. Auch pflegeleichte Pflanzen wie Mittagsblume oder Lavendel bieten veränderten Witterungsverhältnissen Paroli. „Durststreckenkünstler“ haben besondere Strategien, um heißen Sommern und trockenen Wintern zu trotzen: Die dickfleischigen Blätter der Sedum-Arten speichern Wasser, und eine dichte Behaarung schützt die Küchenschelle vor zu viel Sonne. Auch Rosen überstehen Trockenheitsperioden in der Regel gut, weil sie über ihre tief reichenden Wurzeln auf Wasser aus der Tiefe zugreifen.
Ina Timm gibt Anregungen, wie es sich aktiv gegen den Klimawandel gärtnern lässt, wenn Gärten als grüne Lungen fungieren und Pflanzen CO2 binden. Wer einen Regenwassertank installiert, kann auf kostenloses Gießwasser zugreifen. Trockenmauern aus regionalen Natursteinen bieten Tieren und Pflanzen ein Rückzugsgebiet. In einem Kapitel erläutert die Fachfrau, wie sich clever kombinierte Pflanzen gegenseitig unterstützen, wenn etwa gemeinsam gepflanzte Möhren und Zwiebeln jeweils die Schädlinge des Beet-Nachbarn vertreiben. Auf 160 Seiten mit 170 stimmungsvollen Fotos, mit anschaulichen Zeichnungen und Pflanzplänen, mit vielen Gestaltungsvorschlägen von knallig-bunt bis puristisch-elegant plädiert die Autorin für Artenvielfalt im heimischen Garten: In übersichtlich gegliederten Pflanzenporträts stellt sie robuste Arten vor, die mit wenig gärtnerischem Aufwand gedeihen und auch mit extremeren Wetterlagen und Durststrecken zurechtkommen.