Die Zukunft der Pflege in Wernau ist ungewiss. Die Genehmigung für das alte Seniorenzentrum läuft aus. Das Rathaus hat nun mehr Spielraum, um Lösungen für einen Neubau finden.
Bürgermeisterin Christiane Krieger darf in Sachen Pflegeheim mit größerem Spielraum als bisher weiterverhandeln. Das hat ihr der Gemeinderat zugestanden, nachdem sie von ihren Gesprächen mit der Keppler-Stiftung berichtet hatte.
Schon seit zehn Jahren wird über einen Pflegeheim-Neubau in Wernau gesprochen, denn die Zeit des bestehenden Seniorenzentrums St. Lukas läuft ab: Nur dank einer Ausnahmegenehmigung darf die Einrichtung der Keppler-Stiftung noch bis Ende 2027 betrieben werden; ob sie dann noch eine Verlängerung bekommt, ist offen. Eigentlich war vorgesehen, dass bis dahin ein neues Pflegeheim gebaut ist. Doch das Projekt kam 2023 ins Wanken, als die Kreisbau Kirchheim-Plochingen, die eigentlich investieren wollte, sich zurückzog.
Keppler-Stiftung lehnt hohe Grundstückskosten ab
Die Keppler-Stiftung habe dagegen auch jetzt ihr Interesse am Betrieb eines Seniorenzentrums in Wernau bekräftigt, berichtete die Bürgermeisterin. Aber die vom Gemeinderat genannten Kosten für das Grundstück auf dem Katzenstein seien für die Stiftung nicht akzeptabel.
Das Gremium hatte Christiane Krieger im Juli beauftragt, einen Kaufpreis, der sich am Bodenrichtwert orientiert oder eine Erbbaupacht mit einem Zinssatz von 3 bis 5 Prozent auszuhandeln. Beides würde jedoch nach Angaben der Keppler-Stiftung den Eigenanteil der künftigen Bewohnerinnen und Bewohner weiter in die Höhe treiben – noch über den Betrag hinaus, der durch die Investition ohnehin entsteht.
Bürgermeisterin Krieger erhält mehr Verhandlungsspielraum
Deshalb hat der Gemeinderat nun der Bürgermeisterin den Spielraum zugestanden, den sie sich schon für die erste Gesprächsrunde gewünscht hatte. Sie darf jetzt auch über eine Überlassung zu einem niedrigeren Preis verhandeln. Tatsächlich seien ein geringerer Erbbauzins oder auch die Weitergabe eines Grundstücks für einen symbolischen Preis durchaus üblich, sagte Krieger, die sich in anderen Kommunen mit ähnlicher Finanzlage umgehört hat.
Denkbar wäre zumindest aus Sicht der Keppler-Stiftung auch ein Tausch des Bauplatzes mit dem Grundstück des heutigen St. Lukas. Wie es nach dem Neubau an diesem Standort weitergeht, ist ebenfalls noch unklar. Auch das soll Gegenstand der weiteren Gespräche sein.