Auch so kann Schule aussehen: Die Besucher nehmen die unterschiedlichen Aufenthaltsbereiche unter die Lupe. Foto: Roberto Bulgrin - Roberto Bulgrin

Nach vier Jahren Baulärm hat die Seewiesenschule am Freitag das Ende der fünf Millionen Euro schweren Umbau- und Erweiterungsarbeiten an ihrem Schulhaus und der Mensa gefeiert.

EsslingenNach drei Jahren Warten und vier Jahren Baulärm hat die Seewiesenschule am Freitag das Ende der fünf Millionen Euro schweren Umbau- und Erweiterungsarbeiten an ihrem Schulhaus und der Mensa gefeiert. Zuschuss: 850 000 Euro. Schüler und Kollegium freuen sich jetzt über Räume, die auf die Anforderungen einer Gemeinschaftsschule und Ganztagsgrundschule passgenau abgestimmt sind. 2014 hatten alle wichtigen Akteure aus Schule und Verwaltung in einem moderierten Planungsprozess ein entsprechendes Nutzungsmodell entworfen, 2016 hatte der Gemeinderat sein Plazet dazu gegeben.

1952 war sie für eine Million Mark als Volksschule Wäldenbronn gebaut worden, wie Baubürgermeister Wilfried Wallbrecht den Gästen in der Turnhalle berichtete. Dann war sie Grund- und Haupt- beziehungsweise Werkrealschule, bis sie 2013/14 als erste Gemeinschaftsschule in Esslingen an den Start ging.

Die spezifischen Bedürfnisse einer Gemeinschaftsschule, der rhythmisierte Ganztagsbetrieb, die Medienentwicklung und die Inklusion stellten neue Anforderungen an das Schulhaus. Die vier Lern­familien an der Seewiesenschule, in denen jeweils zwei bis drei Jahrgänge zusammengefasst sind, verfügen jetzt nicht nur über Klassenräume, sondern auch über Differenzierungsräume, die von den Klassenzimmern beziehungsweise Gängen aus einsehbar sind. Der Brandschutz wurde den Anforderungen angepasst, sodass nunmehr auch Flure und Nischen nutzbar sind. Dazu gibt es für die Lehrer und das weitere pädagogische Personal Teamstationen, in denen sie sich zurückziehen und arbeiten können. Alle Räume sind flexibel nutzbar, ob für die Ganztagsangebote , das kooperative oder das individuellen Lernen oder den sogenannten Input in der Lerngruppe. Und überall kann WLAN genutzt werden.

Insgesamt ließ die Stadt die Nutzfläche der Schule um 3300 Quadratmeter erweitern, es gibt genug Platz für Früh-, Spät- und Mittagsbetreuung und in der Mensa. Und die Seewiesenschule ist Esslingens erste barrierefreie Schule – dank zweier Aufzüge. Die Bauarbeiten bei laufendem Schulbetrieb machten zahlreiche Raumrochaden notwendig. Schulleiterin Marion Katuric bedankte sich bei allen Beteiligten für ihr Durchhaltevermögen. Besonders warme Worte gingen an die städtische Schulverwaltung mit Amtsleiter Bernd Berroth und den mittlerweile nicht mehr in Esslingen lebenden Bürgermeister Markus Raab. „Sie haben immer an uns geglaubt.“

Und so war es ein guter Tag. Zum einen für die Schule selbst, die ihn mit unterhaltsamen Schülereinlagen, Buffet und Schulhausrundgang feierte. Es war aber auch ein guter Tag für die ganze Esslinger Schullandschaft, die nach den PCB-Belastungen an diversen Schulhäusern ein sehr unruhiges Jahr hinter sich hat. So freute sich auch Corina Schimitzek, Leiterin des Staatlichen Schulamts Nürtingen, dass sie zum ersten Mal auf einer Veranstaltung auf Bürgermeister Wallbrecht traf, „bei der es ausschließlich um Erfreuliches“ ging. Sie lobte das gut durchdachte Konzept der Schule, das Rektorin Katuric den Gästen im Schnelldurchlauf vorstellte. „Wir wollen, dass an unserer Schule jeder sein Ziel erreicht“, betonte Katuric. Im vergangenen Schuljahr sind erstmals 26 Realschüler von der Gemeinschaftsschule abgegangen – das entspricht etwa der Hälfte des Jahrgangs. Und in diesem Jahr haben sich sogar drei Lerngruppen an der zweizügigen Schule mit einzügigem Grundschulableger im Hainbachtal angemeldet. Katuric hat deshalb nur einen Wunsch an die Stadt: „Das nächste Mal wäre es vielleicht besser, wenn die Stadt bauen würde, bevor die Schüler kommen.“ Im Frühjahr werden die Außenanlagen saniert.

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