In der Büchereidebatte ist das Schwörhaus in den Fokus gerückt. Überlegungen der Verwaltung, dort Platz für die Waisenhofschule zu schaffen, erteilt die CDU eine Absage.
Die CDU-Ratsfraktion reagiert mit klarer Ablehnung auf Überlegungen, die Wechselausstellungen des Schreiber-Museums aus dem Schwörhaus zu verdrängen, um dort Platz für eine Erweiterung der benachbarten Waisenhofschule zu schaffen. In der Büchereidebatte hatte die Verwaltung auf den wachsenden Raumbedarf der Schule und den Anspruch auf Ganztagsbetreuung ab dem Schuljahr 2026/2027 hingewiesen. In ihren Vorüberlegungen für ein Kulturquartier im Bebenhäuser Pfleghof hatte die Rathausspitze angeregt, die Wechselausstellungen aus dem Schwörhaus in den Pfleghof zu verlegen. Eine kurzfristige Lösung für die Schule wäre das nicht: Die Umbauarbeiten für ein Kulturquartier, sollte es beschlossen werden, könnten erst nach einem Auszug der Bibliothek 2028 beginnen.
Die CDU warnt vor „kurzatmigen Ersatzlösungen zulasten funktionierender und kulturell bedeutsamer Angebote“. Fraktionschef Tim Hauser sagt: „Kultur in Containern ist keine Lösung – ebenso wenig wie Container langfristig im Schulbereich tragfähig sind. Wer Schule und Kultur stärken will, muss konkrete, durchdachte Lösungen liefern und nicht vage Hoffnungen formulieren.“
Waisenhofschule braucht überzeugende Lösung
Der Raumbedarf der Waisenhofschule sei seit Jahren bekannt. „Wer glaubwürdig handeln will, muss die Situation der Schule gesondert und strukturell in den Fokus nehmen und nicht in einem Nebensatz sagen: ‚Das wird sich dann weisen‘“, findet Stadträtin Aglaia Handler. Die Zukunft einer Innenstadtgrundschule müsse planvoll gestaltet werden „und nicht durch das Verdrängen bewährter Kulturangebote“, so die CDU.
Nach einem Vor-Ort-Termin des Gemeinderats sieht sich die CDU-Ratsfraktion bestätigt, dass die Eignung des Schwörhauses für schulische Zwecke häufig überzeichnet werde. „Selbstverständlich geht es hier nicht um reguläre Klassenräume – das ist baulich gar nicht möglich“, betont Stadtrat Herbert Schrade. „Das Denkmal hat zu wenige Fenster, keine Isolierung, keine Heizung. Denkbar wäre hier allenfalls eine eingeschränkte Nutzung als Aula oder Veranstaltungsraum – aber auch das verursacht erhebliche Kosten.“
CDU will über Schulbezirke nachdenken
Wer das Schwörhaus in die Diskussion um die Stadtbücherei oder den Pfleghof einbeziehe, müsse bereit sein, alle Folgekosten offenzulegen – kulturell und haushaltspolitisch. „Das Schwörhaus mit einem Verweis auf Ganztagsbedarfe umzufunktionieren, löst keine strukturellen Probleme – weder in der Schulentwicklung noch in der Kulturpolitik“, so Hauser. Deshalb regt die CDU an, „zielgerichtet über eine Anpassung der Schulbezirke nachzudenken, um die Raumverteilung in der Innenstadt besser auszubalancieren“. Die Stadt müsse Schule und Kultur gleichermaßen gerecht werden.