Die Suche war erfolgreich: Die Stadt Stuttgart tauscht den Rasen im Gazistadion noch einmal aus. Unterdessen haben die Schweizer ihre erste Einheiten beim VfB Stuttgart absolviert.
Wird jetzt alles gut im „Rasen-Gate“ (die Schweizer Zeitung „Blick“) auf der Waldau? Womöglich. Auf jeden Fall kann man keinem der Beteiligten Untätigkeit vorwerfen. Die Stadt Stuttgart berichtet von „intensiven Bemühungen“. Und Adrian Arnold, Medienchef des Schweizer Fußballverbandes (SFV) betont: „Wir schätzen die Reaktion, das Engagement und das akribische Arbeiten der Stadt Stuttgart sehr. Wir wurden herzlichst willkommen geheißen und jeder gibt sein Bestes, damit wir die bestmöglichen Bedingungen vorfinden.“
Das klingt nach einem Happy-End – das aber noch nicht gesichert ist. Erst am Mittwochabend oder am Donnerstagmorgen wird klar sein, ob sich all die „Bemühungen“ denn auch gelohnt haben.
Zum Hintergrund: Das Nationalteam der Schweizer wohnt während der EM im Waldhotel in Degerloch, trainiert wird im Gazistadion auf der Waldau. Schon vor dem ersten Training am 12. Juni machte sich bei den Eidgenossen aber Unzufriedenheit breit. Der eigens frisch verlegte Rasen habe nicht die nötige Qualität. Die Suche nach Lösungen blieb zunächst erfolglos, weshalb man sich bei der Stadt entschied, den Rasen noch einmal auszutauschen.
„Am Freitag vergangener Woche war klar, dass jegliche Bemühungen der Stadt, den Rasen im Stadion auf der Waldau zu retten, vergeblich sind“, sagte Daniela Klein, die Leiterin des Stuttgarter Sportamts, „übers Wochenende haben wir daher gemeinsam mit den beteiligten Partnern alle Hebel in Bewegung gesetzt, um einen Tauschrasen für das Stadion auf der Waldau zu finden.“ Das sei gelungen. Am Montagvormittag begannen die Arbeiten.
Training im Robert-Schlienz-Stadion
Die Schweizer trainieren unterdessen nun doch beim VfB Stuttgart im Robert-Schlienz-Stadion. Das war ohnehin mit entsprechenden Plakaten und Banden vorbereitet gewesen für ein kurzfristiges Training einer der Mannschaften, die in Stuttgart spielen, aber nicht dauerhaft wohnen. Die Schweizer reisten mit dem Bus von Degerloch aus an, direkt nach der Einheit ging es wieder zurück ins Waldhotel.
Den neuen Rasen bezieht die Stadt bei einem anderen Hersteller als den ersten. Die Bahnen des Rollrasens weisen eine besondere Dicke auf, so soll er direkt nach dem Verlegen auch bespielbar sein. Am Donnerstag soll die Schweizer Nationalmannschaft wieder im Gazistadion trainieren – nach dem Spiel gegen die Schotten in Köln am Abend zuvor. Das letzte Gruppenspiel bestreitet die Nati am Sonntag in Frankfurt gegen das deutsche Team.
Basis für die Rückkehr auf den Rasen im Gazistadion ist eine positive Abnahme des Trainingsplatzes durch die technische Abteilung der Schweizer Delegation und die Uefa. Offen ist indes, wer die Kosten für den erneuten Austausch trägt. Die Stadt teilt dazu mit: „Zu den Ursachen für den schlechten Zustand des ersten Rollrasens laufen die Nachforschungen weiter mit Hochdruck. Dazu, wer am Ende welche Kosten tragen muss, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Aussage treffen.“