Ein Polizeiwagen steht an einem abgesperrten Bereich nach einem Angriff auf mehrere Menschen in Vetlanda. Foto: dpa/Mikael Fritzon

Eine Kleinstadt in Schweden erlebt einen Alptraum: Ein Mann sticht scheinbar wahllos sieben Menschen nieder. Sein Motiv ist unklar.

Stockholm - In der schwedischen Kleinstadt Vetlanda hat ein Mann scheinbar wahllos mit einem Messer auf Passanten eingestochen und dabei sieben Menschen verletzt, drei von ihnen lebensgefährlich. Die Polizei schloss am Donnerstag einen terroristischen Hintergrund der Tat aus. Auch eine Verbindung zwischen dem Täter und den Opfern habe man nicht feststellen können.

Gegen den Mann werde nun wegen siebenfachen Mordversuchs ermittelt, sagte Staatsanwalt Adam Rullman. „Derzeit gibt es nichts Konkretes, was in eine andere Richtung weist, aber wir befinden uns noch am Anfang der Ermittlungen.“

Bei den Verletzten handelt es sich um sieben Männer im Alter zwischen 35 und 75 Jahren. Der Zustand der drei Schwerverletzten sei inzwischen stabil, sagte der Krankenhausdirektor.

Bei seiner Festnahme erlitt der 22-Jährige eine Schussverletzung im Bein. Auch er werde im Krankenhaus behandelt, seine Verletzungen seien aber nicht lebensgefährlich, so die Polizei. Der Mann komme aus Afghanistan und lebe in Vetlanda. Er sei wegen kleinerer Straftaten bekanntgewesen.

Kleinstadt unter Schock

Die Tat setzte die Kleinstadt mit ihren 13 000 Einwohnern unter Schock. „Es gibt so viele Fragen, und man wundert sich, was passiert ist und was dahintersteckt“, sagte Gemeindedirektor Magnus Färjhage auf einer Pressekonferenz. „Es ist ein Alptraum und unglaublich schwer für die Angehörigen. Es ist schwer für uns alle.“

Wenige Stunden nach dem Messerangriff hatte es die Polizei für möglich gehalten, dass es sich um eine Terrortat handelte und die Sicherheitspolizei eingeschaltet. Es sei nicht ungewöhnlich, dass Polizei und Staatsanwaltschaft bei so einer schrecklichen Tat auch Terrorismus als Motiv in Betracht zögen, sagte Innenminister Mikael Damberg. Doch im Laufe der Ermittlungen habe sich der Verdacht nicht bestätigt.

Auch Ministerpräsident Stefan Löfven reagierte auf den brutalen Angriff: „Vieles ist noch unklar, aber eines ist sicher. Jeder Angriff auf unschuldige Menschen wird mit der kollektiven Macht der schwedischen Gesellschaft begegnet werden“, sagte Löfven. „Wir lassen nicht zu, dass Angst und Schrecken Teil unseres Alltags werden.“

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