Die Einweihung der Schulmensa war einer der Höhepunkte in der nun ablaufenden Amtsperiode des Foto: Bulgrin - Bulgrin

Ein Thema für den neuen Deizisauer Gemeinderat wird die Sanierung des Ortskerns zwischen altem Rathaus und evangelischer Kirche sein. Außerdem wird er den Bau der Kita begleiten.

DeizisauFür den amtierenden Gemeinderat geht eine ereignisreiche Periode mit etlichen Höhepunkten zu Ende: Bau der Schulmensa, Einweihung von Pflegeheim samt Kindergarten, Errichtung einer Flüchtlingsunterkunft, Weichenstellung für den nächsten Abschnitt der Ortskernsanierung und schließlich das große Jubiläumsjahr zum 750-jährigen Bestehen der Gemeinde. Der nächste Gemeinderat darf vermutlich auch einen Kindergarten einweihen und wird sich intensiv mit der Ortskernsanierung befassen müssen.

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In der ersten Halbzeit hatte sich der Gemeinderat häufig mit der Gemeinschaftsschule beschäftigt, um den Rahmen für die neue Schulform zu setzen. Die neue Mensa mit Räumen für die Ganztagsbetreuung kostete am Ende 3,5 Millionen Euro. Im September ging sie in Betrieb. Die Schule erhielt zudem einen Anbau für den naturwissenschaftlichen Unterricht und eine Mediathek. Vergangenes Jahr wurde außerdem das Kleinspielfeld fertig. Insgesamt hat die Gemeinde rund sechs Millionen Euro in die Schule gesteckt.

Für das neue Pflegeheim „Palmscher Garten“ hat die Gemeinde vor allem vorbereitende Arbeit geleistet. Gebaut wurde es von der Evangelischen Heimstiftung, die es auch betreibt. Die Gemeinde hat dort allerdings einen neuen Kindergarten eingerichtet und auch für die Erweiterung der Tiefgarage gesorgt. Begleitend zu diesem Projekt wurden der Kreisverkehr zwischen Rathaus und Pflegeheim sowie die neue Bushaltestelle angelegt. Der Kreisel wird voraussichtlich dieses Jahr noch seinen Schmuck erhalten: tanzende Ziegen aus Stahl.

Weil Deizisau wie manch andere Gemeinde sich einer wachsenden Kinderzahl erfreut, fehlen trotz des neuen Kindergartens schon wieder Plätze. Die Planung der neuen Kita in der Altbacher Straße ist in vollem Gang, der neue Rat wird das Projekt – rund fünf Millionen Euro soll es kosten – zum Abschluss bringen.

Die Sanierung der Hermann-Ertinger-Sporthalle für mehrere hunderttausend Euro ist in vollem Gang, der neue Gemeinderat kann schon mal die Handtücher zur Einweihung der neuen Duschräume bereitlegen.

Für die Neugestaltung der Dorfmitte zwischen dem alten Rathaus und der evangelischen Kirche wurde mit einem städtebaulichen Wettbewerb die Richtung vorgegeben. Einige Altbauten werden in den nächsten Jahren Platz machen, neue Häuser entstehen. Am Ostrand der Gemeinde, oberhalb des Coca-Cola-Werks, soll das Gewerbegebiet erweitert werden.

Die Unterbringung der Flüchtlinge hat in Deizisau nur kurz die Wogen hochschlagen lassen, als einige Monate lang die schwierigen Fälle aus dem ganzen Landkreis in der Sirnauer Straße einquartiert wurden. Bürgermeister und Ratsrunde gingen jedoch mit dem brisanten Thema souverän um. Inzwischen hat der Landkreis zwei Neubauten in der Sirnauer Straße errichtet, mit der die Gemeinde auch die Unterbringung anerkannter Flüchtlinge löst.

Kommt die neue Brücke?

Kaum eine Sitzung des Gemeinderats vergeht, in der nicht in irgendeiner Form über die Schaffung von Wohnraum geredet wird. Deizisau hat nicht mehr viel Fläche zu bieten. Auf gutem Weg ist das kleine Baugebiet „Untere Halden“. Sperriger ist ein Bauprojekt im „Wert“ oben, bei dem es selbst in dem sonst recht harmonischen Gremium deutliche Meinungsunterschiede gibt. Zudem haben einige Bürger ihr Missfallen deutlich kundgetan. Da wird der neue Rat ebenfalls Farbe bekennen müssen.

Mobilität ist in Deizisau wie im ganzen Großraum Stuttgart ein Dauerthema. Wird die Gemeinde die Bürgerbus-Linie aufrecht erhalten können? Diese Frage wird das neue Gremium Ende des Jahres oder anfang 2020 beantworten müssen. Und wie schnell kommt das Regionalprojekt Radschnellweg voran? Bekommt Deizisau in diesem Zusammenhang eine neue Neckarbrücke für Radler und Fußgänger? Es wäre wohl ein kleines Wunder, wenn der neu gewählte Gemeinderat in einigen Jahren Amtszeit freudestrahlend über die Brücke radeln könnte.

Wer wird im neuen Rat sitzen? Fünf neue Gesichter werden es auf jeden Fall sein. Denn der erste stellvertretende Bürgermeister Albert Dorner hört nach 30 Jahren auf, auch sein Fraktionskollege Dirk Müller tritt nicht mehr an. In der CDU-Riege wird man den Namen Keusemann nicht mehr finden, Brigitte Keusemann, die vor zehn Jahre ihren Mann abgelöst hatte, hört auf. Bei der Liste engagierter Deizisauer (LED) steigt Norbert Haible nach 25 Jahren aus, auch Ursula Sämann kandidiert nicht mehr. Die zwei SPD-Räte Maik Vosseler und Manfred Nagel treten wieder an, aber unter neuer Flagge: Statt der SPD stellt sich eine Freie Soziale Liste (FSL) zur Wahl.

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