Hier sollen ab nächstem Jahr auch Schulkinder betreut werden. Foto: Roberto Bulgrin

Der Rat der Gemeinde Baltmannsweiler hat sich dafür ausgesprochen, dass der Waldkindergarten Schurwaldspatzen eine Nachmittagsbetreuung für Grundschüler anbietet. Jetzt wird Personal gesucht.

Baltmannsweiler - Hausaufgabenbetreuung im Wald? Das ist ein Teil des Projektes, das Stefanie Berhalter und Christine Vlasina vom Waldkindergarten Schurwaldspatzen in der jüngsten Sitzung des Rates der Gemeinde Baltmannsweiler vorgestellt haben. Der Waldkindergarten möchte eine Schulkindbetreuung nach dem Konzept der Waldpädagogik anbieten. Der Impuls sei von einigen Eltern im Waldkindergarten-Verein gekommen. „Sie wünschen sich, dass die Betreuung im Wald nicht abrupt abbricht, wenn die Kinder in die Schule kommen“, erklärte Berhalter.

Der Verein könne sich vorstellen, an drei Tagen in der Woche – Montag, Mittwoch und Donnerstag – eine Nachmittagsbetreuung für Grundschüler anzubieten. Immerhin stünden die beiden Bauwagen, die für die Waldkinder als Unterstand dienten, nachmittags leer. Es sei geplant, dass die Schulkinder bis 16 Uhr blieben, damit auch eigene Projekte erarbeitet und durch das Jahr begleitet werden könnten. „Mit den Waldkindern haben wir zum Beispiel ein Bienenprojekt begonnen“, so Vlasina. „Es kitzelt in den Fingern, auch mit den größeren Kindern etwas zu machen.“ Auch das Freispiel im Wald solle bei der Schulkindbetreuung nicht zu kurz kommen und werde sicherlich 30 bis 60 Minuten am Nachmittag einnehmen. Zusätzlich wolle man auch insgesamt vier bis fünf Wochen Ferienbetreuung anbieten, ergänzte die Vorsitzende Vlasina – auch für Kinder, die bisher nicht im Wald betreut werden.

„Win-win-Situation für die Gemeinde“

Mehr als zwölf Kinder sollen nicht in die Nachmittagsbetreuung aufgenommen werden, sodass für Mittagsessen und Hausaufgaben der Platz ausreicht, so Vlasina. Für die Verpflegung am Mittag habe man schon einen Partner aus der örtlichen Gastronomie an der Hand. Grundsätzlich könnten Kinder aus Baltmannsweiler und Hohengehren aufgenommen werden, Vorrang hätten aber Kinder, die „aus dem Wald kommen“, also schon den Waldkindergarten besucht haben.

Wenn das nötige Personal gefunden wird, könnte das Angebot im Februar oder März an den Start gehen. Um die Betreuung aufzubauen, werde eine Fachkraft benötigt, die die Leitung übernehmen und sich mit der Leitung des Kindergartens abstimmen könne. Auch eine weitere pädagogische Kraft soll eingestellt werden.

Im Gremium fand der Plan großen Anklang. Bürgermeister Simon Schmid nannte ihn eine Win-win-Situation. Auch die Ratsmitglieder lobten das geplante Angebot. Nadine Grimme (FWV) sagte, sie sei von Anfang an ein Fan des Waldkindergartens gewesen, der vor rund zehn Jahren im Gemeinderat vorgestellt worden sei. Waldpädagogik erziehe Kindern Respekt vor der Natur an. Man könne das Angebot bestimmt später noch ausbauen, sagte sie. Den Wunsch nach einer Außenstelle äußerten mehrere Gemeinderäte.

Mehr Infos über die Schurwaldspatzen gibt es im Netz unter http://schurwaldspatzen.de/index.html

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