Top ausgestattet – auch mit guten Ideen und Partnern wie der Würth-Stiftung oder der Musikschule, das sind die beiden örtlichen Schulen. Aber nicht alles ist im grünen Bereich.
Schule ist viel mehr als Pauken im Klassenzimmer. Das zeigen nicht zuletzt die Schulgärten an der Albert-Schweitzer- Schule (ASS) und der Ludwig-Uhland-Schule (LUS), die von Schülerinnen und Schülern betreut werden und den Gedanken der Nachhaltigkeit fördern sollen. Auch zahlreiche Kooperationen mit örtlichen Firmen, Einrichtungen und Vereinen bereichern das Schulleben. Dies berichteten die beiden Rektorinnen Eva Marggraf (ASS) und Ulrike Kappeler (LUS) im Gemeinderat.
Gestiegen seien auch die Anforderungen im erzieherischen Bereich, erläuterte Marggraf. Immer stärker seien Pädagogen da gefordert. Als Gründe nennt sie unter anderem gesellschaftliche Entwicklungen, die Medienwelt und eine veränderte Kindheit. „In den letzten Jahren nehmen wir eine zunehmende Unsicherheit bei Eltern in Bezug auf erzieherische Maßnahmen und die Gestaltung der Schullaufbahn wahr“, sagte auch Kappeler. Zudem stelle man in allen Klassenstufen einen gestiegenen Förderbedarf im Bereich der sprachlichen Entwicklung fest. Sorge bereite auch eine teilweise nachlässige Haltung, was die Pflicht zum Schulbesuch angehe. Es komme vermehrt vor, dass Kinder zu spät kämen, unentschuldigt fehlten oder Arztbesuche auf den Vormittag gelegt würden, so die Rektorin.
Eine weitere Herausforderung stelle die immer homogenere Schülerschaft dar, so Marggraf. Das erfordere zunehmend leistungsdifferenzierte Lernangebote.
An der ASS gibt es schon seit vielen Jahren eine internationale Vorbereitungsklasse (VKL). In der LUS wurde sie im vergangenen Jahr eingerichtet. Mit dem Zugang ukrainischer Kinder in die VKL habe sich die Zahl von Schülern ohne Deutschkenntnisse im Alter zwischen zehn und 17 Jahren an der ASS stark erhöht, so Marggraf. Grundschüler würden wegen der hohen Schülerzahl in der VKL gleich in Regelklassen integriert. „Das stellt jedoch einen erhöhten Arbeitsaufwand in den Grundschulkassen dar.“
Schulgarten und Hochbeete
Die beiden Denkendorfer Schulen kooperieren mit zahlreichen örtlichen Einrichtungen und Unternehmen. Das ermöglicht Angebote, die den Unterricht im Klassenzimmer ergänzen. So haben Achtklässler der ASS im vergangenen Jahr im Fach Technik zusammen mit der Firma Westermann und Fördermitteln der Würth-Stiftung Hochbeete für den Schulgarten gebaut. Im Schulgarten der LUS wachsen nicht nur Obst und Gemüse. Seit 2023 sind hier auch zwei Hühner zuhause. Seit etwa einem Jahr bewirtschaften die Kinder eine kleine Ackerfläche nach dem Prinzip der Vier-Felder-Wirtschaft. Unterstützung durch Pflanzen und Expertise gab es von Johannes Henzler von der Staatsschule für Gartenbau aus Stuttgart-Hohenheim.
Im Rahmen einer Partnerschaft mit dem benachbarten Pflegezentrum Martin-Luther-Haus absolvierten Siebtklässler der ASS dort ein Sozialpraktikum, was zur Berufsorientierung beitragen könne, so Marggraf. Die LUS kooperiert eng mit der örtlichen Musikschule und bietet unter anderem musikalische Basiskurse für Erstklässler an. Neu sei die Musikgruppe „MusikMacher“. Hier könnten Zweitklässler parallel zum regulären Unterricht musikalische Fähigkeiten entwickeln, erläutert Kappeler. Neu sei auch ein Leseclub in Zusammenarbeit mit der Ortsbücherei.
43 Prozent der Kinder haben einen Migrationshintergrund
Die Fülle der Angebote zeige, dass Schule nicht mehr nur reine Wissensvermittlung sei, sagte Andreas Allmendinger (CDU). Barbara Fröhlich (SPD) begeistern vor allem die „tollen Projekte der Schulgärten“. Ein Anteil von 43 Prozent Kindern mit Migrationshintergrund, wie ihn die LUS verzeichnet, sei eine „Riesenherausforderung für Lehrkräfte und Schulleitung“, meint Matthias Schöllkopf (Grüne). Die Kinder, so sein Eindruck, kämen damit jedoch klar.
Denkendorfs Schulen gehen viele Wege
Schülerzahlen:
An der ASS werden in der Grund- und Realschule insgesamt 511 Schülerinnen und Schüler in 23 Klassen von 46 Lehrkräften in der Grund- und Realschule unterrichtet. Die LUS besuchen derzeit 255 Grundschüler in zwölf Klassen. Außerdem bereitet die Plus-Klasse Kinder mit Förderbedarf an der Schwelle zwischen Kindergarten und Schule auf den Schuleintritt vor. Insgesamt 21 Lehrkräfte darunter eine Erzieherin sind an der Schule eingesetzt. Außerdem besuchen 265 Denkendorfer Schüler die beiden Gymnasien in Ostfildern-Nellingen.
Sprachförderung:
In beiden Schulen gibt es je eine internationale Vorbereitungsklasse für Schüler ohne Deutschkenntnisse. Teilweise werden die Schüler in Regelklassen „teilintegriert“. Auch Sprachhilfe nach dem Denkendorfer Modell wird an beiden Schulen angeboten.