Der US-Militärstützpunkt Pearl Harbour-Hickam wurde nach den Schüssen komplett abgeriegelt. Foto: AFP/RONEN ZILBERMAN

Wenige Tage vor dem Jahrestag des historischen Angriffs auf Pearl Harbor kommt es auf dem Militärstützpunkt zu einem Angriff auf drei Pentagonmitarbeiter. Die Hintergründe sind vorerst unklar.

Honolulu - Nach den tödlichen Schüssen auf dem US-Militärstützpunkt Pearl Harbor-Hickam dauern die Ermittlungen an. Es gebe noch keine Hinweise darauf, ob der Schütze die Opfer gezielt ins Visier genommen oder willkürlich geschossen habe, sagte der Kommandeur der Marineregion Hawaii, Konteradmiral Robert Chadwick, am Mittwoch. Bei der Attacke hatte ein Matrose das Feuer auf drei zivile Pentagonangestellte eröffnet und zwei getötet, die dritte Person kam ins Krankenhaus. Danach richtete sich der Schütze selbst.

Es sei unbekannt, ob der Matrose und die drei Männer sich gekannt hätten, sagte Chadwick. Ein Motiv habe man bisher ebenfalls nicht. Teil der Ermittlung sei auch, welche Waffe der Angreifer verwendet habe und wie viele Schüsse gefallen seien. Persönliche Waffen sind auf dem Militärstützpunkt nicht erlaubt. Die Befragung von Zeugen dauerte auch Stunden nach dem Geschehen noch an.

Schüsse am Mittwochnachmittag

Der Angriff kam wenige Tage vor dem 78. Jahrestag des japanischen Angriffs auf Pearl Harbor. Am Samstag werden Würdenträger und Veteranen an die mehr als 2300 Amerikaner erinnern, die dort bei dem Angriff am 7. Dezember 1941 ums Leben kamen.

Laut dem Militär fielen die Schüsse am Mittwochnachmittag auf der Marine-Schiffswerft des Stützpunkts. Dort war der Schütze dem Jagd-U-Boot „USS Columbia“ zugeteilt gewesen, das für Wartungen an der Basis Pearl Harbor-Hickam war. Nähere Angaben zum Tatverdächtigen gab es zunächst nicht.

Gouverneur von Hawaii bestürzt

Der Stützpunkt wurde abgeriegelt, als erste Berichte über Schüsse kursierten. Einige Stunden später wurde sie wieder geöffnet. Die Schiffswerft der Basis liegt gegenüber dem Nationaldenkmal von Pearl Harbor, wo am Samstag die Gedenkveranstaltung stattfindet.

Der Gouverneur von Hawaii, David Ige, zeigte sich nach den Schüssen bestürzt. Der Staat sei bereit, zu helfen. Auch das Weiße Haus habe Unterstützung von den Bundesbehörden angeboten, um den Fall aufzuklären.

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