Handys und Smartphones sind für die meisten Erwachsenen alltägliche Begleiter. Aber gehören Handys auch ins Klassenzimmer. Viertklässler der Denkendorfer Albert-Schweitzer-Schule sind dieser Frage nachgegangen.

DenkendorfHandys und Smartphones gehören inzwischen für viele ganz selbstverständlich zu ihrem alltäglichen Leben. Schülerinnen und Schüler machen da keine Ausnahme. Selbst Grundschüler möchten oft nicht mehr auf mobile Kommunikation verzichten. Auf die Idee, uns mit diesem Thema zu beschäftigen, sind wir während des Schullandheim-Aufenthalts mit unserer Klasse gekommen. Dorthin durften keine Handys mitgebracht werden. Viele, die bereits eines besitzen, meckerten rum: „Wir wollen unser Handy dabeihaben.“ Die Begründung, die immer wieder zu hören war: „Damit wollten wir Fotos schießen, Musik hören und Spiele spielen.“ Wir haben uns gefragt: Ist uns Kindern im Grundschulalter das Handy tatsächlich so wichtig? Deshalb beschlossen wir, eine Umfrage zu machen, weil wir wissen wollten, ob das stimmt.

Unsere Vermutung war, dass Erstklässler in der Regel noch gar kein Handy haben, dass in Klasse 2 und 3 nur ein paar wenige und dass erst in der vierten Klasse viele Kinder ein Handy besitzen. Zunächst haben wir eine Umfrage am Computer erarbeitet, wobei uns unsere Eltern netterweise geholfen haben. Neben Schülern haben wir auch Eltern interviewt. Wir befragten Väter und Mütter, deren Kinder ein Handy haben und Eltern, deren Kinder noch keines besitzen.

Die Eltern der Kinder ohne Handy sehen keine Notwendigkeit, dass ihr Nachwuchs im Grundschulalter bereits eines besitzt. Viele Kinder bekommen ein Handy erst, wenn sie an eine weiterführende Schule gewechselt sind. Dann dürfen sie telefonieren, Nachrichten schreiben und in begrenztem Zeitraum Spiele spielen. Eltern, die kontrollieren wollen, ob ihre Kinder die Regeln einhalten, können dazu verschiedene Apps nutzen. Eltern, die ihren Kindern bereits im Grundschulalter den Besitz eines Handys erlauben, begründeten das oft so: Dann seien die Kinder besser zu erreichen, sie könnten im Notfall telefonieren, und manchmal hieß es auch: „Es war ein altes Handy übrig.“

121 Kinder haben wir befragt – 50 besaßen ein Handy. Die meisten bekamen ihr erstes Gerät im Alter von sechs oder sieben Jahren. Fast alle, die in der Grundschule noch kein Handy hatten, bekommen mit Übergang in die weiterführende Schule eines. Interessiert hat uns auch, wofür Handys genutzt werden: Der Großteil der Kinder nutzt es, um Musik zu hören, Spiele zu spielen und Filme zu schauen. Erst dann folgen Gründe wie telefonieren, Nachrichten schreiben und fotografieren. Nur wenige gaben an, dass sie auch im Internet recherchieren wollen. Über den Tag hinweg werden die Handys von den befragten Grundschülern sehr unterschiedlich genutzt: Nur 15 Prozent der befragten Kinder nutzen ihr Handy am Vormittag, immerhin 56 Prozent sind es am Nachmittag, 29 Prozent am Abend – wobei das Handy von 58 Prozent der Kinder zuhause, von 17 Prozent bei Freunden und von 25 Prozent unterwegs genutzt wird.

Durch unsere Umfrage haben wir herausgefunden, dass schon recht viele Grundschulkinder ein Handy besitzen und es regelmäßig nutzen. Das hat uns doch sehr erstaunt. Wir drei haben noch keines.

Das gilt in Frankreich

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte es schon während seines Wahlkampfs versprochen – im vergangenen Herbst hat er dann Ernst gemacht: Seit September 2018 dürfen Kinder im Alter von 3 bis 15 Jahren an allen Kindergärten, Grundschulen und Collèges bis zur neunten Klasse ihre Handys zwar im Schulranzen dabei haben – auf dem Schulgelände sollen sie jedoch ausgeschaltet sein. Vielen Kindern, aber auch manchen Eltern und Lehrern gefällt das nicht. Erziehungsminister Jean-Michel Blanquer findet jedoch: „So können sich junge Menschen wieder besser konzentrieren, sie spielen wieder auf dem Schulhof, anstatt Videos zu gucken.“

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