Der Trenchcoat – ein zeitloses Kleidungsstück. Foto: Alberto Bobbera/unsplash.com - Alberto Bobbera/unsplash.com

Früher Herrenmantel, heute vor allem bei Frauen heiß begehrt. Egal ob traditionell oder neu interpretiert: ein Trenchcoat geht immer.

Der Sommer neigt sich dem Ende entgegen und die Mäntel werden wieder aus dem Schrank geholt. Dabei sticht ein Kleidungsstück besonders hervor: der Trenchcoat. Der Modeklassiker existiert schon seit über 100 Jahren und hat sich in all der Zeit kaum verändert. Grund genug, sich die faszinierende Geschichte dieser Jackenform genauer anzusehen.

Der Ursprung des „Grabenmantels“

Der Trenchcoat wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts von Thomas Burberry, dem Gründer des weltbekannten Modelabels „Burberry“ entwickelt. Er diente ursprünglich als militärischer Wettermantel und gehörte während des Ersten Weltkriegs zur Standardausrüstung britischer Soldaten. Der Trenchcoat wurde vor allem in den Schützengräben getragen und erhielt so seinen Namen. Sein praktischer Schnitt und seine Witterungsbeständigkeit machten ihn jedoch auch außerhalb des Militärs beliebt. Nach Kriegsende trug man den Mantel in verkürzter Form im Alltag weiter.

Durchbruch in der Modewelt

In den Dreißigern machte Schauspielerin und Stilikone Marlene Dietrich den Trenchcoat ebenfalls populär. Der Sprung zum Evergreen gelang dem Wettermantel aber erst mit seinem Auftritt um die Schultern von Humphrey Bogart in Casablanca, dem beliebtesten US-Liebesfilm aller Zeiten. Im Lauf der Jahrzehnte setzten Audrey Hepburn, Peter Falk und Horst Tappert den Trend fort und machten den Trenchcoat zu einem zeitlosen Stück Mode. Heutzutage assoziiert man den unverkennbaren Regenmantel somit vor allem mit Privatdetektiven aus dem Film-Noir-Genre.

Typische Merkmale eines Trenchcoats

Der einstige Herrenmantel hat sich längst auch in der Welt der Damenmode etabliert. Trenchcoats gibt es in lokalen Modegeschäften genauso wie online in abwechslungsreicher Farb- und Materialvielfalt, doch bestimmte Merkmale haben sie alle gemeinsam: Ein klassischer Trenchcoat reicht bis zum Oberschenkel oder sogar bis zur Wade und besitzt eine zweireihige Knopfleiste. Zusätzlich wird er mit einem Gürtel an der Hüfte geschlossen. Er hat keine Kapuze, dafür ein breites Revers und einen Koller – eine zweite Stofflage über der Schulterpartie. Auch Schulter- und Ärmelspangen sind bei vielen Modellen zu finden. Wie sein militärisches Vorbild verfügt ein moderner Trenchcoat über viele nützliche Taschen, in denen Schlüssel, Portemonnaie und Smartphone jederzeit Platz finden.

Wetterfestes Material

Noch immer bestehen viele Trenchcoats aus wasserabweisendem, atmungsaktivem und strapazierfähigem Gabardine, einem ebenfalls von Thomas Burberry entwickelten Baumwollgewebe. Weitere beliebte Materialien sind Wolle, Popeline, Twill und sogar Leder. Diese sind meist imprägniert, um optimalen Wetterschutz zu bieten. Hinzu kommt ein Innenfutter aus Seide, Viskose oder Kaschmir. Typische Farben für Trenchcoats sind Beige, Khaki, Grau und Schwarz. Moderne Modemarken interpretieren den Klassiker jedoch immer neu. Somit ist von zarten Pastelltönen bis hin zu kräftigen Farben alles vertreten, vor allem in der Damenbekleidung. Schlichte Trenchcoats in gedeckten Farben lassen sich jedoch mit den meisten Outfits kombinieren – klassischerweise tragen Sie den Mantel nämlich offen.

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