Die Deutsche Giga Access (DGA) kommt mit dem vereinbarten Ausbau nicht voran. Auch eine letzte Frist lässt sie wohl ungenutzt verstreichen. Die Kommunen Aichtal, Neckartailfingen und Schlaitdorf ziehen deshalb die Reißleine.
Homeoffice und Streamen ohne ruckelndes Internet: Die Aussichten schienen glänzend, als die Deutsche Giga Access (DGA) mit der Stadt Aichtal und ihren beiden Nachbargemeinden Neckartailfingen und Schlaitdorf im Jahr 2022 per Vertrag besiegelte, sich um den flächendeckenden Glasfaserausbau zu kümmern. Baubeginn sollte spätestens im dritten Quartal 2023 sein, doch trotz mehrfacher Aufforderungen und gesetzter Fristen ist bis heute nichts passiert. Weshalb die drei Kommunen jüngst mit Konsequenzen drohten: Sollte die DGA nicht bis zum 30. Juni dieses Jahres mit dem Ausbau beginnen, wird die Kooperationsvereinbarung gekündigt. Auf diesen Schritt hatten sich Anfang April die drei Bürgermeister geeinigt, nachdem alle Versuche, mit der DGA in Kontakt zu treten, gescheitert waren.
„Informationen zum Stillstand“
Wie Aichtals Rathauschef Sebastian Kurz informiert, werde man diese Karte nun auch ausspielen, weil die DGA die notwendigen Schritte zum Glasfaserausbau offenbar nicht zeitnah umsetzen kann. Das entnimmt er einer jetzt verschickten Rundmail des Unternehmens, in der potenzielle Endkunden über den aktuellen Baufortschritt informiert werden. Laut Kurz handelt es sich dabei allerdings „eher um eine Information zum Stillstand“. Rund 7500 Haushalte und Gewerbebetriebe in den drei Kommunen warten weiterhin auf einen Glasfaseranschluss, obwohl die erforderliche Vorvermarktungsquote mehr als erreicht wurde. „Aktuell sind wir auf der Suche nach neuen Kooperationspartnern, die bereit sind, mit uns zusammen den Breitbandausbau voranzutreiben“, beteuert Sebastian Kurz.
Sechs weitere Kommunen betroffen
Aichtal, Neckartailfingen und Schlaitdorf sind kein Einzelfall. „Die DGA hatte in der Region mit insgesamt neun Kommunen eine Vereinbarung zum Glasfaserausbau getroffen“, berichtet Helmuth Haag, der Sprecher der Firma Gigabit Region Stuttgart, die den Breitbandausbau rund um die Landeshauptstadt steuert. Betroffen seien ebenso Plüderhausen und Urbach (Rems-Murr-Kreis) sowie Marbach, Erdmannhausen, Löchgau und Freudental (Kreis Ludwigsburg). „Alle werden die Verträge kündigen oder haben das schon gemacht“, schildert Haag. Warum die DGA – ein Kooperationspartner der GVG Glasfaser mit ihrer Marke Teranet – nicht aktiv geworden ist, sei schwer zu ermitteln. „Die Kommunikation mit dem Unternehmen ist schwierig“, räumt auch er ein.
Die Gigabit Region Stuttgart weißt die Kunden der DGA darauf hin, dass es derzeit keine Notwendigkeit gibt, bestehende Verträge zu kündigen. Bei Fragen stehe die Gesellschaft gern zur Verfügung, diese kann man am einfachsten per Mail an info@gigabit-region-stuttgart.de schicken.