Einsatzkräfte mussten in der Nacht von Sonntag auf Montag aufgrund des Winterwetters häufig ausrücken – der Schaden bei Unfällen auf Straßen und Autobahnen ist beträchtlich.
Einsatzkräfte aller Art haben bei Schnee und Eis für gewöhnlich alle Hände voll zu tun. Allerdings sorgt so mancher Verkehrsteilnehmer auch vollkommen ohne Not für einen Einsatz. Ein solcher hat sich laut Polizeibericht in der Nacht von Sonntag auf Montag am Engelbergtunnel zugetragen, als der Fahrer eines Audi S5 die Schranken einer Baustelle entfernte, um auf der Überleitung von A8 zu A81 auf der gesperrten Fahrbahn weiterzufahren. Das Ganze endete in einem Crash mit hohem Schaden.
Aber auch sonst war einiges los im Wirkungsbereich des Polizeipräsidiums Ludwigsburg – also in den Landkreisen Ludwigsburg und Böblingen. Aufgrund starker Schneefälle wurden bei den Beamten von Sonntagabend, 20 Uhr, bis zum Montagmorgen 65 Verkehrsunfälle registriert, davon 21 auf den Autobahnen. Nach ersten Erkenntnissen wurde dabei niemand verletzt, der entstandene Schaden ist hingegen beträchtlich: Er beläuft sich laut Schätzungen der Polizei auf insgesamt 560 000 Euro, davon rund die Hälfte durch Unfälle auf der Autobahn.
Viele Einsätze, hoher Schaden bei Unfällen auf Straßen und Autobahnen in den Landkreisen Ludwigsburg und Böblingen
Zwischen 20 und 3 Uhr war laut Polizei insbesondere die Lage auf den Autobahnen angespannt. Wegen mehrerer festgefahrener Fahrzeuge musste zum Beispiel an der Autobahnanschlussstelle Wendlingen die Überleitung der B313 auf die A8 in Fahrtrichtung München für etwa zwei Stunden gesperrt werden. Ebenfalls für rund zwei Stunden gesperrt war an der Anschlussstelle Stuttgart-Möhringen die Parallelfahrbahn der A8 in Fahrtrichtung München.
Die Verkehrspolizeiinspektion wurde auf den Autobahnen von zahlreichen Kräften des Technischen Hilfswerks (THW) unterstützt bei der Absicherung von Einsatzstellen und dem Abschleppen von Fahrzeugen. Dabei kam auch ein Gerätekraftwagen des THW mit Schneeketten zum Einsatz. Das Leonberger THW war laut Informationen der Helfer mit vier Einsatzkräften und einem Kleinfahrzeug zur Unterstützung der Autobahnpolizei im Einsatz.
Trotz Schnee: ruhige Nacht für die Leonberger Feuerwehr
Die Leonberger Feuerwehr hatte bereits am Sonntagnachmitag vorsorglich die Drehleiter und ein Löschfahrzeug mit Schneeketten ausgestattet. „Wir hatten aber keine Einsätze in der Nacht“, wie Kommandant Wolfgang Zimmermann auf Nachfrage mitteilt.
Die Polizei rechnete am Montagvormittag damit, dass der Berufsverkehr noch zu einer Reihe weiterer Unfälle gesorgt haben dürfte. „Es wird nach Rückmeldung polizeilicher Einsatzkräfte auch von einer nicht unerheblichen Anzahl an noch nicht gemeldeten Verkehrsunfallfluchten ausgegangen“, heißt es in einer Pressemitteilung, „zum Beispiel durch Beschädigung von Schutzplanken, Verkehrsschildern oder geparkten Fahrzeugen.“