Auf einer Kundgebung trugen Bertrandt-Mitarbeiter den Standort Nufringen aus Protest zu Grabe Foto: /Stefanie Schlecht

Zum 1. März wird der Betrieb bei Bertrandt in Nufringen eingestellt. Die Angestellten haben die Wahl zwischen Abfindung oder Transfergesellschaft.

Die Proteste der Belegschaft brachten am Ende nicht den erhofften Erfolg: Der Nufringer Standort des Ehninger Ingenieursdienstleisters Bertrandt ist Geschichte. Offiziell liquidiert werden soll er zwar erst am 31. März. Doch schon am Freitag gingen bei der Fahrerprobung die Lichter aus, der Betrieb endet de facto zum 1. März. Davon betroffen sind 123 Beschäftigte. Eine Handvoll Mitarbeiter hatte die 100-Prozent-Tochter von Bertrandt im vergangenen Jahr verlassen, nachdem die Schließung im September 2024 angekündigt worden war.

Doch was passiert mit den verbleibenden Mitarbeitern in Nufringen? Rund die Hälfte wechselt zum 1. März in eine Transfergesellschaft. Sie sollen die Möglichkeit bekommen, sich für einen neuen Arbeitsplatz zu qualifizieren und hoffen, diesen zu erhalten. Für die andere Hälfte gibt es bei Bertrandt wohl keine Zukunft: Sie haben die Kündigung zum 31. März erhalten.

Bei der Gewerkschaft IG Metall zeigt sich Sekretär Detlef Schwoon wenig begeistert: „Es sind Aufträge ab dem zweiten Halbjahr in der Pipeline. Man hätte die Zeit bis dahin locker mit Kurzarbeit überbrücken können“, sagt er. Doch die Geschäftsführung stellte sich beharrlich dagegen, wie auf der Jahreshauptversammlung kürzlich noch einmal deutlich wurde. Zur Schließung von Nufringen gebe es keine Alternative, die Muttergesellschaft habe ein Minus von 77 Millionen in 2024 erwirtschaftet. Schwoon: „Abfindungen und eine Transfergesellschaft sind zwar gut, ersetzen aber nicht einen Arbeitsplatz.“